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Montag, 21. September 2015
Es geht weiter
Mein Blog ist am 14.Dezember 2014 stehengeblieben. Wie eine Uhr, die nicht mehr aufgezogen wird. Ohne Energie läuft nichts. Manchmal wünsche ich, mein Leben würde stehenbleiben, alles um mich herum würde stehenbleiben, damit ich genug Zeit habe, um alles, was passiert, zu verdauen, um alles wieder in den Griff zu bekommen, wieder oben und an vorderster Front schwimmen zu können und von da aus mein Leben kontrollieren zu können. Wunschdenken! Schön wär's? Aber wie anstrengend! Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke und mir vorstelle, dass ich das alles hätte planen und organisieren und kontrollieren müssen, dann bin ich froh und dankbar, dass das Leben seinen Lauf nimmt und mich immer wieder mal ein bisschen stupst, hei Du, hier hab ich was für Dich. Wie zum Beispiel im April: Wie wär's mit einem Segeltörn durch die indonesische Inselwelt auf einer Yacht namens BLUE SKY? Ich hab JA WARUM NICHT geantwortet und jetzt geht's bald los ins Ungewisse. In meinem Bauch flattern Abenteuerlust und Aufbruchsangst um die Wette.
Montag, 13. Februar 2012
Dienstag, 31. Januar 2012
Donnerstag, 10. November 2011
Mittwoch, 21. September 2011
Diebstahl im Dschungel (2)
Reserveleitung
Aufbruch zum Tatort
obere Schnittstelle
untere Schnittstelle mit Verbindungsteil
Tatort beim Erdrutsch
Leitung abrollen
Leitung ziehen
herausgerissene Leitung
gut verwurzelt an ihrem Platz
Einer für alle, alle für einen! 19 Männer aus der Nachbarschaft versammeln sich frühmorgens bei unserem Tor. Bin tief berührt und richtig froh, soviele Männer um mich herum zu haben. Die Absicht ist, die Leitung möglichst schnell wieder zu verbinden, tiefer einzugraben und mit Steinen zu schützen. Zusätzlich soll die grosse Anzahl die Diebe beeindrucken und abschrecken. Ausgerüstet mit Hacken und einer Reismahlzeit ziehen die Männer los. Jeweils 2 Mann tragen die Leitungsrolle aufgespiesst auf eine Bambusstange auf den Schultern. Ich folge mit Fotoapparat zum Aufnehmen des Tatorts. Im Ohr erklingt die Titelmusik. Der Pfad ist schmal und führt alles dem Steilhang entlang über Wurzeln, an Felsbrocken vorbei, durch ausgetrocknete Bachbette, unter umgefallenen Baumstämmen hindurch, auf und ab. Ich versuche mir, den Weg einzuprägen, damit ich ihn alleine wieder zurück finde. Nicht so einfach, denn rückwärts sieht alles anders aus als vorwärts. Drehe mich immer wieder um und halte Ausschau nach markanten Bäumen und anderen Merkmalen. Steil hinauf kraxle ich auf allen vieren, immer wieder testend, ob die sich anbietenden Wurzel- und Astgriffe auch wirklich Halt bieten oder nur morsches Holz sind. Dann endlich, am Tatort. Bin zuerst mal völlig verwirrt, da wir von oben auf die Leitung gestossen sind und nicht von unten. Aber mit der Zeit gelingt es mir, die innere Karte wieder der Wirklichkeit anzupassen. Ich muss mich beeilen mit fotografieren, denn die Männer beginnen gleich mit graben und schon bald kann ich dem frischen Leitungsbett folgen. Beunruhigend ist, dass die Leitung von der unteren Schnittstelle abwärts schon mehrere hundert Meter aus der Erde herausgerissen ist. Die Diebe scheinen wiederkommen zu wollen.
Gegen Mittag führt mich P.Santika bis zu einer Stelle, von wo ich den Heimweg finden sollte. Dann bin ich allein im Dschungel...Stille, Knacken, in mir erwachen meine Schreckgespinnste...volle Konzentration auf den Pfad...Schritt um Schritt...aahhh, da ist sie, die Strasse, die Zivilisation, die eingebildete Sicherheit...
Erstmal die zittrigen Knie beruhigen, ausruhen und was essen!
Gegen ein Uhr sprudelt wieder Wasser aus der Leitung. Gegen 3 Uhr kommen die Männer zurück, zufrieden nach getaner Arbeit. Ich verteile den Tageslohn von 70'000 Rupien.
Später kommt P.Agus mit Sri und wir vereinbaren, dass ich morgen bei der Polsek Sukasada Anzeige erstatte.
Voller Freude bewässere ich den Garten. Wie schnell Wasser für mich ein Thema werden würde, hätte ich nicht gedacht, als ich am Samstag die Vorträge zu diesem Thema via Internet live stream von der IPC 10 in Jordanien mitverfolgte:
Was ist die Geschichte des Platzes?
Was ist die Geschichte des Wassers an diesem Platz?
Und was ist meine Rolle in dieser Geschichte?
Was ist die Geschichte des Wassers an diesem Platz?
Und was ist meine Rolle in dieser Geschichte?
Dienstag, 20. September 2011
Diebstahl im Dschungel (1)
Möge ich die Methoden, Techniken und das Handwerkszeug der geistigen Entwicklung noch besser kennenlernen, anwenden und entfalten, damit ich die Herausforderungen und Schwierigkeiten meines Lebens erkennen, verstehen, annehmen und meistern kann.
Bewegung schenkt Freude. Zufrieden mit meinem Spaziergang den Berg hoch und inspiriert von all den Begegnungen nehme ich den Abstieg unter die Füsse. Mein Körper schwingt im Rhythmus der Schritte. Ab und zu ein kleiner Rutscher auf dem Geröll. Ein Motorrad nähert sich von hinten. Ich gebe die Fahrbahn frei, da es abwärts schwierig ist zu bremsen. Der Fahrer hält, wie hier oben üblich, und fragt, woher und wohin des Wegs. Ich antworte und frage zurück. Sein Name ist Gede. Er wohnt in Anturan und ist auf dem Weg zu seiner Familie. Er kommt von Bedugul, wohin er einen Holländer gebracht hat, der Bali zu Fuss durchquert. Er zeigt mir die Liste des Holländers mit den Wegstrecken. Einige sind schon abgehakt, andere noch nicht gegangen. Dann zückt er eine Visitenkarte und überreicht sie mir. Darauf steht: Gede Taman, ORGANISE MAN, What do you need. Telefonnummer und email. Schmunzel.
Noch ahne ich nicht, was sich abseits der Strasse im Dschungel abspielt. Ich schlafe gut und stehe früh auf, damit ich Zeit habe zu erwachen, bis Kadek, Putu und Luh Nik zur Arbeit kommen. Kadek meldet, Wasserleitung defekt. Nichts aussergewöhnliches. Im Dschungel kann immer mal ein stürzender Baum oder Stein die Leitung beschädigen. Putu und Kadek machen sich auf den Weg mit einem Stück Ersatzleitung. Gegen 11.30 Uhr kommen die beiden zurück. Keine Aufregung, aber ihre Mienen lassen mich aufhorchen. Masalah besar (grosses Problem)! Aha, was das wohl bedeuten mag? Eine ganze Rolle, ca. 250m, der Wasserleitung fehlen, abgeschnitten und herausgerissen, GEKLAUT! Ein Wort, das Balinesen selten verwenden. Zuerst heisst es hilang, lari oder pinjam (verschwunden, geflüchtet oder ausgeliehen). Das hatte ich nicht erwartet. Hmmmm?! Makan dulu! Erstmal essen! Dann befrage ich Putu nach den Umständen und der Situation. Wir haben noch genug Leitung für die Reparatur. Ich bitte Putu, genug Leute zu organisieren aus der Nachbarschaft. Die Leitungsreparatur ist das eine, die Verfolgung des oder eher der Diebe das andere. Wem melden? Wie vorgehen? Bitte Freunde und Freundinnen um Rat und finde mitfühlende Ohren. Wie gut es doch tut, das eigene Leid mitteilen zu können. Lange zögere ich, die Polizei zu verständigen. Geschichten über korrupte Beamte und eigene unangenehme Erfahrungen haben noch kein Vertrauen in die hiesige Polizei aufkommen lassen. Nach gutem Zureden meiner Sponsorin überwinde ich mich und erlebe wieder mal eine Überraschung. P.Agus ist sehr geduldig und versucht sich so gut es geht, sogar auf englisch verständlich zu machen. Wir verbleiben so, dass er morgen nachmittag vorbeikommt.
Bewegung schenkt Freude. Zufrieden mit meinem Spaziergang den Berg hoch und inspiriert von all den Begegnungen nehme ich den Abstieg unter die Füsse. Mein Körper schwingt im Rhythmus der Schritte. Ab und zu ein kleiner Rutscher auf dem Geröll. Ein Motorrad nähert sich von hinten. Ich gebe die Fahrbahn frei, da es abwärts schwierig ist zu bremsen. Der Fahrer hält, wie hier oben üblich, und fragt, woher und wohin des Wegs. Ich antworte und frage zurück. Sein Name ist Gede. Er wohnt in Anturan und ist auf dem Weg zu seiner Familie. Er kommt von Bedugul, wohin er einen Holländer gebracht hat, der Bali zu Fuss durchquert. Er zeigt mir die Liste des Holländers mit den Wegstrecken. Einige sind schon abgehakt, andere noch nicht gegangen. Dann zückt er eine Visitenkarte und überreicht sie mir. Darauf steht: Gede Taman, ORGANISE MAN, What do you need. Telefonnummer und email. Schmunzel.
Noch ahne ich nicht, was sich abseits der Strasse im Dschungel abspielt. Ich schlafe gut und stehe früh auf, damit ich Zeit habe zu erwachen, bis Kadek, Putu und Luh Nik zur Arbeit kommen. Kadek meldet, Wasserleitung defekt. Nichts aussergewöhnliches. Im Dschungel kann immer mal ein stürzender Baum oder Stein die Leitung beschädigen. Putu und Kadek machen sich auf den Weg mit einem Stück Ersatzleitung. Gegen 11.30 Uhr kommen die beiden zurück. Keine Aufregung, aber ihre Mienen lassen mich aufhorchen. Masalah besar (grosses Problem)! Aha, was das wohl bedeuten mag? Eine ganze Rolle, ca. 250m, der Wasserleitung fehlen, abgeschnitten und herausgerissen, GEKLAUT! Ein Wort, das Balinesen selten verwenden. Zuerst heisst es hilang, lari oder pinjam (verschwunden, geflüchtet oder ausgeliehen). Das hatte ich nicht erwartet. Hmmmm?! Makan dulu! Erstmal essen! Dann befrage ich Putu nach den Umständen und der Situation. Wir haben noch genug Leitung für die Reparatur. Ich bitte Putu, genug Leute zu organisieren aus der Nachbarschaft. Die Leitungsreparatur ist das eine, die Verfolgung des oder eher der Diebe das andere. Wem melden? Wie vorgehen? Bitte Freunde und Freundinnen um Rat und finde mitfühlende Ohren. Wie gut es doch tut, das eigene Leid mitteilen zu können. Lange zögere ich, die Polizei zu verständigen. Geschichten über korrupte Beamte und eigene unangenehme Erfahrungen haben noch kein Vertrauen in die hiesige Polizei aufkommen lassen. Nach gutem Zureden meiner Sponsorin überwinde ich mich und erlebe wieder mal eine Überraschung. P.Agus ist sehr geduldig und versucht sich so gut es geht, sogar auf englisch verständlich zu machen. Wir verbleiben so, dass er morgen nachmittag vorbeikommt.
Freitag, 1. Juli 2011
Sonntag, 26. Juni 2011
Roter Faden
Was hat die vergangene Woche charakterisiert? Welche Energien, welche Themen haben sich durch mein Leben gezogen? Bewegung - Das Ziel liegt im Weg!
Ich suche den roten Faden in meinen Geschichten. Vielleicht findest Du ihn. Ich erzähl einfach mal. Ich beginne mit dem letzten Montag, dem 20.Juni 2011. In meiner Agenda stehen 3 Einträge: 8 Uhr - Arbeiten während Abwesenheit organisieren, 11 Uhr - Vortrag über Stammzellen Ernährung, 15 Uhr - Englischlektion für die Nachbarskinder, vorverschoben.
Und schon melden sich Zweifel, warum ich überhaupt darüber schreiben soll? Aber jeder Moment ist eine Geschichte wert. Aus jedem Moment kann man lernen. Also nochmal von vorn, anders. Wenn mich JEMAND fragen würde, "wie war Deine Woche", und ich spüren würde, dieser JEMAND hat Zeit zum Zuhören und interessiert sich wirklich für meine Geschichte, dann würde ich diesem JEMAND vielleicht folgendes erzählen:
Ich erwachte voller Freude am Montagmorgen, denn der Plan für die Woche sah vielversprechend aus. Um 11 Uhr ein Vortrag im Warung Bambu über Stammzellen Ernährung. Es macht mich einfach glücklich, wenn ich etwas neues lernen kann.
Die Zweifel geben keine Ruhe. Wenn ich so weiterschreibe, wird die Geschichte zu lang. Also, stopp!
Oh wie gern möchte ich so schreiben können, so fliessend wie das Wasser. Aber immer wieder stossen meine Gedanken auf Hindernisse, geraten in Widerwasser und kreisen dann an Ort. Vielleicht müssen da einfach Dinge ausgelotet und geklärt werden, emetokathartisch sozusagen. Neue Wörter machen mir auch Freude. Sie wirken wie paradiesische Lockvögel auf mich, die alles andere verblassen und vergessen lassen. Bereitwillig folge ich ihnen auf der Suche nach ihrem Sinn in die Tiefen des Bedeutungsdschungels im Netz. Da könnte ich ja auch gleich noch nachforschen wie die Pflanze heisst, die gerade hochaufgerichtet in der Kräuterspirale blüht. Nicht zu finden...stattdessen stosse ich bei tropicalplantbook auf stachytarpheta jamaicensis, die ich auch schon mal ohne Erfolg gesucht habe. Sie blüht gerade am südwestlichen Zaun und lockt mit ihren blauen Tupfern Schmetterlinge an. Wenn man ihre Blätter kocht, soll der Sud eben diese emetokathartische Wirkung haben, also Erbrechen und Durchfall gleichzeitig, die totale Reinigung. Das "kathartische" bringt mich weiter zur griechischen Tragödie mit ihrer Katharsis und so lande ich wieder in vertrauteren Gefilden. Versuche eine Brücke zum Playback-Theater zu schlagen. Den roten Faden in meinem Leben zu finden, den roten Faden, den Goethe in seinem Roman "Wahlverwandtschaften" aus den Seilen der britischen Kriegsmarine in Ottiliens Tagebuch eingeflochten hat und den ich jetzt als Etikette für die gebündelten Kräfte, die mein Leben gestalten, verwenden kann. Alles Quatsch oder Karma, das Gesetz von Ursache und Wirkung? Ich spinne. Ich spinne den roten Faden ja selber in jedem Moment meines Lebens, nur weiss ich das nicht immer. Bevor ich jetzt die endlose Geschichte aller meiner Lebensentscheide, die zum jetzigen Moment geführt haben, erzähle, keine Angst, ich tu's nicht, muss ich mich entscheiden, immer diese Entscheide!, wo ich den Faden abschneide. Nein, auch nicht gut, will den Faden ja nicht abschneiden. Nur ein bisschen abwickeln und Dir zeigen. Damit Du ihn berühren kannst. Vielleicht fühlt er sich ja ähnlich an, wie der rote Faden, den Du spinnst.
Also, wie war sie denn jetzt, meine Woche? Im Watsupool bei Renate habe ich einen neuen Zugang zum Wasser und zu mir selber gefunden. Vertrauen, eintauchen, loslassen, sich tragen lassen, sich bewegen lassen...
Und endlich wieder mal am Meer, einatmen und eintauchen in türkisblaues Wasser und einen Atemzug lang eins werden mit dem Meer. Auftauchen. Auf den Rücken drehen, die Augen schliessen und mich ganz den Bewegungen der Wellen hingeben. Vertrauen haben ins Leben. Alle Blockaden und Ängste loslassen. Einige wertvolle Momente lang gelingt's.
Ich suche den roten Faden in meinen Geschichten. Vielleicht findest Du ihn. Ich erzähl einfach mal. Ich beginne mit dem letzten Montag, dem 20.Juni 2011. In meiner Agenda stehen 3 Einträge: 8 Uhr - Arbeiten während Abwesenheit organisieren, 11 Uhr - Vortrag über Stammzellen Ernährung, 15 Uhr - Englischlektion für die Nachbarskinder, vorverschoben.
Und schon melden sich Zweifel, warum ich überhaupt darüber schreiben soll? Aber jeder Moment ist eine Geschichte wert. Aus jedem Moment kann man lernen. Also nochmal von vorn, anders. Wenn mich JEMAND fragen würde, "wie war Deine Woche", und ich spüren würde, dieser JEMAND hat Zeit zum Zuhören und interessiert sich wirklich für meine Geschichte, dann würde ich diesem JEMAND vielleicht folgendes erzählen:
Ich erwachte voller Freude am Montagmorgen, denn der Plan für die Woche sah vielversprechend aus. Um 11 Uhr ein Vortrag im Warung Bambu über Stammzellen Ernährung. Es macht mich einfach glücklich, wenn ich etwas neues lernen kann.
Die Zweifel geben keine Ruhe. Wenn ich so weiterschreibe, wird die Geschichte zu lang. Also, stopp!
Oh wie gern möchte ich so schreiben können, so fliessend wie das Wasser. Aber immer wieder stossen meine Gedanken auf Hindernisse, geraten in Widerwasser und kreisen dann an Ort. Vielleicht müssen da einfach Dinge ausgelotet und geklärt werden, emetokathartisch sozusagen. Neue Wörter machen mir auch Freude. Sie wirken wie paradiesische Lockvögel auf mich, die alles andere verblassen und vergessen lassen. Bereitwillig folge ich ihnen auf der Suche nach ihrem Sinn in die Tiefen des Bedeutungsdschungels im Netz. Da könnte ich ja auch gleich noch nachforschen wie die Pflanze heisst, die gerade hochaufgerichtet in der Kräuterspirale blüht. Nicht zu finden...stattdessen stosse ich bei tropicalplantbook auf stachytarpheta jamaicensis, die ich auch schon mal ohne Erfolg gesucht habe. Sie blüht gerade am südwestlichen Zaun und lockt mit ihren blauen Tupfern Schmetterlinge an. Wenn man ihre Blätter kocht, soll der Sud eben diese emetokathartische Wirkung haben, also Erbrechen und Durchfall gleichzeitig, die totale Reinigung. Das "kathartische" bringt mich weiter zur griechischen Tragödie mit ihrer Katharsis und so lande ich wieder in vertrauteren Gefilden. Versuche eine Brücke zum Playback-Theater zu schlagen. Den roten Faden in meinem Leben zu finden, den roten Faden, den Goethe in seinem Roman "Wahlverwandtschaften" aus den Seilen der britischen Kriegsmarine in Ottiliens Tagebuch eingeflochten hat und den ich jetzt als Etikette für die gebündelten Kräfte, die mein Leben gestalten, verwenden kann. Alles Quatsch oder Karma, das Gesetz von Ursache und Wirkung? Ich spinne. Ich spinne den roten Faden ja selber in jedem Moment meines Lebens, nur weiss ich das nicht immer. Bevor ich jetzt die endlose Geschichte aller meiner Lebensentscheide, die zum jetzigen Moment geführt haben, erzähle, keine Angst, ich tu's nicht, muss ich mich entscheiden, immer diese Entscheide!, wo ich den Faden abschneide. Nein, auch nicht gut, will den Faden ja nicht abschneiden. Nur ein bisschen abwickeln und Dir zeigen. Damit Du ihn berühren kannst. Vielleicht fühlt er sich ja ähnlich an, wie der rote Faden, den Du spinnst.
Also, wie war sie denn jetzt, meine Woche? Im Watsupool bei Renate habe ich einen neuen Zugang zum Wasser und zu mir selber gefunden. Vertrauen, eintauchen, loslassen, sich tragen lassen, sich bewegen lassen...
Und endlich wieder mal am Meer, einatmen und eintauchen in türkisblaues Wasser und einen Atemzug lang eins werden mit dem Meer. Auftauchen. Auf den Rücken drehen, die Augen schliessen und mich ganz den Bewegungen der Wellen hingeben. Vertrauen haben ins Leben. Alle Blockaden und Ängste loslassen. Einige wertvolle Momente lang gelingt's.
Mittwoch, 12. August 2009
Mittwoch, 5. August 2009
Gräben und Röhren
Wasser- und Stromverteilungspläne sind gezeichnet. Jetzt heisst es graben und Röhren verlegen.

Am Wochenende war es soweit. Ich hab den Überblick über die verschiedenen Rohrverbindungsstücke verloren. Also hab ich mich mal einen Abend damit vergnügt, die ganzen Kartons und Plastiksäcke voller unterschiedlicher Fittings unter meine Fittiche zu nehmen und zu sichten und zu sortieren. Damit sie nicht wieder durcheinandergeraten, hab ich die gleichartigen Fittings auf rosarote Bastschnüre gefädelt und wie Würste an Haken aufgehängt. Den Trick mit der Schnur hab ich einem Baustoffhändler abgeguckt. Jetzt baumeln sie im Wind, die "L's", die "T's" und die "SDD's" und "SDL's".
Graben vom Wasserturm zur Zisterne

Am Wochenende war es soweit. Ich hab den Überblick über die verschiedenen Rohrverbindungsstücke verloren. Also hab ich mich mal einen Abend damit vergnügt, die ganzen Kartons und Plastiksäcke voller unterschiedlicher Fittings unter meine Fittiche zu nehmen und zu sichten und zu sortieren. Damit sie nicht wieder durcheinandergeraten, hab ich die gleichartigen Fittings auf rosarote Bastschnüre gefädelt und wie Würste an Haken aufgehängt. Den Trick mit der Schnur hab ich einem Baustoffhändler abgeguckt. Jetzt baumeln sie im Wind, die "L's", die "T's" und die "SDD's" und "SDL's".
Sonntag, 26. Juli 2009
Wasserturm

Das Herzstück der Wasserversorgung auf unserem Grundstück ist der Wasserturm. Letzte Woche wurde der 1100l fassende Wassertank auf die oberste Plattform gehievt und dann darüber das Wellblechdach als Schattenspender und Witterungsschutz gebaut. Damit das Wasser kühl bleibt, wurde unter dem Wellblech Bambusmatte und darauf Alu-Folie montiert. Das Wasser wird später direkt von unserer Quelle, die sich etwa 4km weit weg im Dschungel befindet, in den Wassertank geleitet. Von da kann es dank Schwerkraft überallhin fliessen. Die elektrische Wasserpumpe wird nur noch in Notfällen benötigt, um das Wasser aus der tieferliegenden Zisterne auf den Turm zu pumpen, wenn die Leitung zur Quelle unterbrochen ist, was alle paar Wochen mal vorkommt.
Die mittlere Plattform wird ebenfalls für einen Wassertank genutzt und im Erdgeschoss wird später der Generator untergebracht.
Da der Wasserturm weithin sichtbar ist, wurde er aussen verputzt und erhält bald auch noch einen Farbanstrich.
Einige Sorgen hat uns die Stabilität des Turms bereitet. In Erdbeben- und Vulkangebiet ein solches Bauwerk an einer Bergflanke zu erstellen, bringt hohe Risiken. Diese hätten wir vermeiden können, wenn wir weiter oben am Berg ein Stück Land für ein Wasserreservoir gemietet oder gekauft hätten, wie es viele Einheimische machen. Doch dafür braucht es Beziehungen und Sprachkenntnisse und Wissen, das wir damals noch nicht hatten. Nun steht er eben da, unser Wasserturm und sieht ziemlich stabil aus.
Sonntag, 5. Juli 2009
Sunday Blues

Wenn ich merke, dass ich mich innerlich sträube und auflehne, dann verwende ich gerne das Bild eines sanft dahinströmenden Flusses. Versucht, den Geist dem Wasser gleichzumachen. Es fliesst mühelos in alles hinein, über alles hinweg, um alles herum. Es bleibt niemals kleben, sondern strömt beständig dahin.
aus dem Buch auf dem Bild von Rosemary und Steve Weissman
himmelblau - meerblau - yogablau - mehr blau
aus dem Buch auf dem Bild von Rosemary und Steve Weissman
himmelblau - meerblau - yogablau - mehr blau
Donnerstag, 23. April 2009
Bau-Log
- 7.50 Uhr: P.Nyamprut holt Geld für Sand 3 Mio. Rp.
- Kalut + Kadek streichen Stirnbretter, dann Sandtransport
- P.Giri, Sui, Wayan, P.Candra montieren Dachsparren (usuk) Ostseite
- Gede Wi, Sukir + Putu verstreben Bambus im Pool
- Betonmischer wird umgestellt nach Westen mit vereinten Kräften
- P.Pasek bereitet Platz vor für Sand mit leeren Zementsäcken (kulit semen)
- P.Made giesst Säulensockel und SE-Ecke Eingangsmauer, schützt Poollampenanschlusskabelröhren
- Die trockene Blache zusammenfalten, bitte! Tolong terpal yang sudah kering di lipat!
- Evelyn nietet Dachrinnenhalter, Zange+Nieten funktionieren! Freude!
- Nach dem Regen, bzw. im grössten Regen flüchten die Arbeiter nach Hause ausser P.Made+Sohn.
Heute werden keine Sandberge versetzt!
Poollampenanschlusskabelröhre
Baustelle im strömenden Regen
Samstag, 13. Dezember 2008
Leben!
Geschichte aus Comfortable with Uncertainty von Pema Chödrön:
A woman is running from tigers. She runs and she runs, and the tigers are getting closer and closer. She comes to the edge of a cliff. She sees a vine there, so she climbs down and holds on to it. Then she looks down and sees that there are tigers below her as well. At the same time, she notices a little mouse gnawing away at the vine to which she is clinging. She also sees a beautiful little bunch of strawberries emerging from a nearby clump of grass. She looks up, she looks down, and she looks at the mouse. Then she picks a strawberry, pops it in her mouth, and enjoys it thoroughly.
Wie oft hetze ich von Tigern getrieben durch das Leben und sehe die Erdbeeren nicht.
Doch manchmal schau ich auch hin:

A woman is running from tigers. She runs and she runs, and the tigers are getting closer and closer. She comes to the edge of a cliff. She sees a vine there, so she climbs down and holds on to it. Then she looks down and sees that there are tigers below her as well. At the same time, she notices a little mouse gnawing away at the vine to which she is clinging. She also sees a beautiful little bunch of strawberries emerging from a nearby clump of grass. She looks up, she looks down, and she looks at the mouse. Then she picks a strawberry, pops it in her mouth, and enjoys it thoroughly.
Wie oft hetze ich von Tigern getrieben durch das Leben und sehe die Erdbeeren nicht.
Doch manchmal schau ich auch hin:
Der Schmetterling oder ist es ein Nachtfalter, den ich gestern noch herumflattern sah,
lag heute morgen tot auf dem Küchentisch.

lag heute morgen tot auf dem Küchentisch.
Gestern noch auf dem Hochzeitsflug, heute morgen tot im Abwaschtrog.
musim hujan Regenzeit
Mittwoch, 5. November 2008
Chiang Mai himmlisch
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