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Mittwoch, 2. Juli 2014

Probiere gaht über Studiere

Wassermelonen-Gazpacho
kühlt und erfrischt an heissen Sommertagen
Dazu inspiriert hat mich Chinmayie mit ihrer Wassermelonen-Liebesaffäre. 


Fisch Amok
Souvenir aus Kambodscha
Fischfilets in eingedickter Kokosmilch im Bananenkörbchen gedämpft


Was treibst Du so in der Küche?

Donnerstag, 27. Juni 2013

Liebe geht auch durch den Magen

eifach anesitze und ässe...mein Liebster hat gekocht: Königsberger Klopse mit Kartoffelbrei, schmeckt wie bei Mami!


Montag, 14. November 2011

Montag, 8. November 2010

Bubuh Injin

Das kochen wir heute.

Montag, 1. November 2010

Sardellen - Anchovy - Ikan teri

Luh Nik kocht Sambal Sere mit Ikan teri

Bis vor kurzem war ich im Glauben, dass Sardellen nur eingelegt in Öl in einer Büchse oder gesalzen im Glas erhältlich sind. Beides nicht so einfach zu beschaffen in Bali. Und so war es naheliegend, dass ich in Kuala Lumpur in einem meiner vielen Gespräche über Essen völlig absichtslos die Bemerkung fallen liess, dass es schwierig sei in Bali Sardellen zu kaufen. Wie staunte ich, als mir meine Freundin und Gastgeberin Mona zum Abschied ein Paket mit 3 verschiedenen Sorten von getrockneten Sardellenfilets schenkte. Doppeltes, dreifaches Staunen: es gibt auch getrocknete Sardellenfilets und noch dazu verschiedene Sorten; und ja, diese Dinger hatte ich in Bali auf dem Markt auch schon gesehen; und welch grosszügige Gastfreundschaft!

Dienstag, 20. Juli 2010

Alltagswunder

schwimmen im Pool vor dem Frühstück

Mittagessen zubereitet von Ari

Helikonienblüte im Garten

Heuschrecken-Liebespaar auf einem Auberginenblatt

Rosellafrüchte

Rosellakäfer

Mittwoch, 3. Februar 2010

Geburtstag auf der Baustelle


Margrit und Daniela überraschen mich mit einem Schoggichueche. Inschpiriert vom Chlödumüntschi im Chlötzlicheller z'Bärn gits no es Nidlemüntschi druuf.
Mit meinem lieben Arbeitskumpel Urs Schaffner habe ich vor Jahren, oder sind es schon Jahrzehnte?, im Chlötzlicheller eine Treberwurst aus Ligerz geschlemmt. Er wusste immer, wo es kulinarische Leckereien gab. Er ist mit 50 gestorben und lässt mich jetzt daran denken, wie wertvoll das Leben ist.

Sonntag, 10. Januar 2010

Spätzli für's Schätzli

ein Lächeln für Dich...

Seit einigen Wochen versuchte mein Liebster immer wieder, mich zum Spätzli kochen zu verführen, da es hier in Bali keinen Migros gibt, wo man Fertigspätzli kaufen kann. Gestern habe ich die Herausforderung angenommen und mich erstmal hier schlau gemacht, da ich meine Oma aus Balingen im Schwabeländle nicht mehr fragen kann. Mangels Spätzlesbrett und -schaber habe ich ein Plastikbrett und Plastikschaber benutzt. Den Teig habe ich mit einem Holzlöffel ohne Loch geschlagen, bis er vor Blasen schlagen stöhnte. Dabei gingen mir viele Erinnerungen durch den Kopf. Die Ferien als Kind bei Oma und Opa. Der Gemüse- und Beerengarten, wo es immer was zu naschen gab. Die grosse Wiese mit den vielen Apfel-, Birnen-, Quitten- und Zwetschgenbäumen. Der Stall mit den Hasen, die wir immer mit Löwenzahnblättern gefüttert haben. Der Kompostplatz hinter dem grossen Apfelbaum. Der Eimer mit Putzwasser zum Spülen neben der Toilette. Die holzgefeuerte Badewanne im Keller, die immer am Samstag eingeheizt wurde. Die Holzgestelle im Keller, die immer gefüllt waren mit Marmelade und Eingemachtem und wo die Boskopäpfel für den Winter eingelagert wurden. Ja, meine Oma hat nach den Methoden der Permakultur gewirtschaftet lange bevor Bill Mollison den Begriff definierte. Aber damals war sie altmodisch und wir wohnten in der Stadt und führten ein modernes Leben. Langsam werden die Folgen dieses modernen Lebens sichtbar. Wie gut, sich da an eine solche Oma und ihre Methoden erinnern zu können.

Sonntag, 26. Juli 2009

Sonntagskunst

Kokosmakronen auf Alublech

Donnerstag, 9. Juli 2009

Kunyit - Turmeric - Kurkuma

Mein Liebster hat mir heute ein Säckchen mit fingerdicken Stengelchen von seiner Einkaufstour nach Singaraja mitgebracht. Er hielt sie für Ginger. Obwohl sie etwas vertrocknet aussahen, knackten sie beim entzweibrechen und offenbarten ihr organgefarbenes Innenleben. Ich schälte eine Hälfte und schnitt ein Scheibchen zum Kosten ab. Nein, wie Ginger schmeckte es nicht und meine Fingerspitzen färbten sich auch schon gelb. Aha, Gelbwurz oder Kurkuma, das ich bisher nur als Pulver aus Gewürzstreuern kannte. Also ab zu Gärtner Kadek, der mich zu einem Büschel verdorrt darnieder liegender Blätter auf langen Stengeln führt und meinen besorgten Blick mit den Worten musim kemarau hilang, hilang zu beruhigen versucht, was heissen soll, in der Trockenzeit verschwindet die Pflanze. Beim Graben stossen wir auf das Rhizom, das so aussieht, wie die Stengelchen im Säckchen. Und beim nächtlichen Googeln stosse ich auf Nasi Kunyit und die Nonya Küche.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Voll


24.10.2008. Letzter Tag in meiner Agenda 2008. Schon voll. Hatte nicht genug Seiten für dieses reiche Jahr. Oder ich ging mit den Seiten zu verschwenderisch um, weil ich dachte, es gäbe für jeden Tag eine Seite. Gibt es aber nicht. Wenigstens nicht in dieser Agenda. Für den Rest des Jahres habe ich mir Seiten in diesem Notizbuch reserviert. Sie alle mit Tag und Datum beschriftet, zuerst die Seite mit einer Linie halbiert, am Anfang noch etwas zittrig, dann immer sicherer und dann jeweils oben links im Tagesrechteck das Datum. Oben rechts soll Platz sein für Wetter, Mond und Himmel. darunter dann zuerst Geplantes und dann Gemachtes. Von unten nach oben Erde, Natur und Garten. In der Mitte oder da, wo noch Platz ist, Gedanken, die auftauchen und die ich bemerkenswert finde. Habe wohl immer noch Angst, Gedanken, die ich nicht schriftlich festhalte, wieder zu verlieren. Als seien Gedanken etwas Festes, Beständiges. Dabei sind sie doch mehr wie Wolken, nicht greifbar, entstehen und vergehen aufgrund irgendwelcher Wetterbedingungen, Temperatur, Feuchtigkeit, Bodenbeschaffenheit, Sonneneinstrahlungswinkel, Meeresströmungen, Gasgemisch, Topografie, ein Fremdwort, das ich noch in Wikipedia nachschauen will unjd mich an die griech. Wortteile -logie, -nomie und -sophie erinnert. Schweife ab.

alltäglicher Reichtum

Grube für den Septiktank

Terrassierung West

draussen regnets, in der Pfanne brutzelts

Sonntagabendereignis am Schüttstein:
kochendes Wasser in Kecap manis Flasche
botol goyang die Flasche tanzt

Dienstag, 20. November 2007

Parabens

Heute morgen aufgestanden ohne richtig wach zu sein. Augen massiert in der Yogastunde bei Noriko. Bamboo Charcoal Detoxifying Shampoo gekauft.
Mit wachen Augen auf der Packung gelesen:
PARABENS FREE
no silicones/glycols
no lauryl/laureth sulfates
no synthetic dyes/fragrances
no animal ingredients/testing

Parabene fristen ihr Leben in der Regel inkognito in Lebensmitteln unter den Pseudonymen E214 bis E219 und in Kosmetika unter Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Butyl- Benzylparaben oder einfach Konservierungsstoffe. Was sie im Körper bewirken ist nicht genau bekannt. Parabens!

Die Mitte des Tages in trauter Runde bei Salade Niçoise und Machiavelli vergambelt. Durch den Regen heimgefahren worden.

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Tiegel

Trübe Stimmung draussen. Wie ein Novembertag am Zugersee. Doi Suthep ist von Nebel umwabert. Ein paar Regentropfen küssen mich auf dem Heimweg vom Raan Kaffee Wawee, wo ich die müden, begeisterten, grabenden und am Ende nach oben ausschlagenden AA's mit meinen Mundsprechwerkzeugen geformt habe, so wie es mir meine neue Lehrerin Lah (begeistert ansteigend, dann fallend ausgesprochen) diese Woche vorgemacht hat. Zuhause widme ich mich ganz meinen Fundlingen der letzten Tage. Ein Juhuuuuchzer, Lichtbilder und ein Liebesbrief, alles aus der Algarve, bringt Jubel in mein Herz.
Überraschendes Wiedersehen mit Sara aus dem Wat Kow Tahm. Ich half gerade Anutschit, einem burmesischen Novizen im Wat Umong, einen englischen Text über Generosity richtig auszusprechen und wortmässig zu verstehen, als Sara plötzlich lächelnd dastand. Das Wiedersehen mit ihr wirkte, wie wenn jemand eine Tür, die schon fast zugefallen war, mit einem Ruck wieder aufstiess. Die Tür hinaus in den unbegrenzten Raum der Freiheit. Ein frischer Wind wehte herein, wirbelte alten Staub auf und reicherte alle Zellen mit belebendem Sauerstoff an. Eine weise Freundin am Weg.
Die Yogagruppe mit Carol, Joyce und Noriko im Cafe Pandau ist eine weitere Perle unter meinen Fundlingen. Ich lerne mit den Knochen und Knöchelchen meiner Füsse zu kommunizieren. Bodytalk vom Feinsten!
Im Raan Sukaphaap Aden, dort, wo es den grüngrünen Saft gibt, lag kürzlich ein Prospekt mit dem Titel TianZi Asia. Drin der Hinweis auf Tea from mountain forests und ein neues Tea House in Chiang Mai. Der Prospekt lag einige Tage neben meinem Laptop, bis ich mich gestern mit meinem Liebsten auf die Suche machte. Welch eine Freude wartete da auf uns. Zuoberst auf dem Menu Burdock Bites, die mich sofort interessierten. Burdock, ein Wort, das mir auf Speisekarten und auch sonst noch nie begegnet war. Wir bestellten und machten Bekanntschaft mit lauwarmen, schräg geschnittenen Scheiben einer weisslichen Wurzel. Die Scheiben waren mit Zwiebelwürfelchen besprenkelt und schmeckten säuerlich, süsslich und ganz entfernt nach Rettich. Liebe auf den ersten Biss! Bei Wikipedia fand ich dann heraus, dass Burdock grosse Kletten sind und von Skandinavien bis Portugal bis nach China und Japan als Nahrungs- und Heilmittel bekannt sind. Der Verzweiflungsruf meines Vaters kam mir wieder in den Sinn, wenn wir ihn zu dritt umdrängten: Ihr sind doch Chlette! Ein anderer Schweizer, Georges de Mestral, verzweifelte nicht, sondern schaute sich von der Klette den Klettverschluss ab. Das Leckerli zum Puer Tee möchte ich Euch nicht vorenthalten: getrocknete Cherry Apples! Gemäss meinem Liebsten ein Erlebnis wie Kauen von Löschpapier mit Boskopgeschmack.
Mittlerweile haben sich die Regentropfenküsse in ein unüberhörbares Blechdachgetrommel verwandelt. Welch ein Glück, im Trockenen zu sitzen!

Lichtbild von Inge: Adlerauge ist achtsam

Freitag, 26. Oktober 2007

Temporäre Zustände

Fühle mich wie ein Vogel im Käfig. Am Verkümmern. Nicht einmal mehr fähig zu träumen. Kaum mehr Kraft ans Ausfliegen zu denken, geschweige denn Auszufliegen. Und doch schleppe ich mich irgendwie ins Café Wawee. Cappuccino kommt und Chocolate Silk Pie. Ersatzbefriedigung. Ersatzfreude. Was ersetzt es? Den Zustand der Verkümmerung und Verzweiflung? der Vernachlässigung? der mangelnden Zuwendung? der Abfüllung mit fremden Lebensgeschichten? Um mich Lachen. In mir? Ich beobachte. Leere das Gift auf das weisse Blatt vor mir. Lasse die Wörter herausfliessen. Und die schwarze Kaffeebrühe in mich hineinfliessen. Die Kuchenbackfantasiererei und -kopiererei der Thais kennt keine Grenzen. Chocolate Silk Pie. Schokopudding auf Mürbeteig. Silk. Seide. Silkworm, Verlagshaus der Mekong Press, an dem ich vorbeigekommen bin. Sydefädeli, die ich in diesem Zustand nicht berühren will. Aggression brodelt vor sich hin. Wut auf den Nächstbesten, der stundenlang am Computer sitzen kann. Nur die Finger und Augen in Bewegung. Und irgendwie unberührt, unbeschadet bleibt von dem, was mir auf den Geist geht, was ich für Zeit- und Lebenverschwendung halte. Das Lachen kommt aus Mündern mit Zahnspangen. Woher kommen all die deformierten Gebisse? Soll das Lächeln mit Zahnspangen perfektioniert werden? Bösartige Gedanken. Die Büchse der Pandora. Dampf ablassen, bevor der Druck zu gross wird.

Wenn man völlig frei von Zersplitterung und Anhaften ist, wird man verstehen, dass alle Dinge, seien sie nun rein oder unrein, nur relatives Dasein haben. Man wisse also, dass alle Dinge in der Welt von Anfang an weder Materie, noch Geist, noch Verstand, noch Bewusstsein, noch Nichtsein, noch Sein sind; sie sind überhaupt unerklärbar. Der Grund, warum der Thathagata sich trotzdem bemüht, durch Worte und Definitionen zu belehren, liegt in seiner guten, ja ausgezeichneten Geschicklichkeit. Nur provisorisch macht er Gebrauch von Worten und Definitionen, um alle Lebewesen zu leiten, während es seine wirkliche Absicht ist, sie zu veranlassen, den Symbolismus aufzugeben und in die reale Wirklichkeit einzutreten. Denn wenn sie sich an Vernunftschlüssen erfreuen, sich der Sophisterei ergeben und damit ihre subjektive Individualität fördern, wie könnten sie die wahre Weisheit haben und Nirvana erlangen.
Aus dem tibetanischen Totenbuch

Dienstag, 23. Oktober 2007

Verträumt im Netz

Wer am Tag träumt, wird sich vieler Dinge bewusst, die dem entgehen, der nur nachts träumt.
Edgar Allen Poe

In einer Anwandlung von Einsamkeit und gleichzeitig völliger Verbundenheit mit meiner Umgebung bekam ich gestern Sehnsucht nach dem kleinen Prinzen. Über's Internet nahm ich Verbindung zu ihm auf und fand Trost und Zuversicht in seinen Worten.

Es kommt darauf an, dass du auf etwas zugehst, nicht dass du ankommst; denn man kommt nirgendwo an, ausser im Tode.
Antoine de Saint-Exupéry

oder kurz: Der Weg ist das Ziel. Basta!

Weiter ging die Reise zu Ralf Reissing, einem Informatiker, der sich, wie ich auch einmal, mit so abstrakten Themen wie Objektorientiertem Design und Softwarearchitektur beschäftigt. Doch nicht das hat mich an ihm fasziniert, sondern seine Sammlung von Zitaten, von deren Autoren mir viele bekannt sind. Dann fiel mir auf, dass die Liste hauptsächlich aus Autoren bestand, was bei mir eine fieberhafte Suche nach Autorinnen auslöste und mich schliesslich zu Lillemor's Seite und der Matriarchatsforscherin Heide Göttner-Abendroth führte mit einem kleinen Seitensprung ans eigene Bücherregal. Und da auch noch das Menu des Preopening Dinner des Cafe Pandau vom letzten Samstag neben meinem Laptop lag, fragte ich Google nach Butterfly Peas. Die waren neben vielem anderen im Vegetable and Flower Salad. Ganz in der Nähe habe ich ein Gewucher von Butterfly Peas entdeckt. Ein neuer Platz zum Schnausen!

Freitag, 19. Oktober 2007

Sesam, öffne dich!

liebes gericht!
ich bin jetzt hier perfekt.
märchen erfüllen die sehnsucht der kindheit.
zuhören.
im schoss der grossmutter steht die zeit still.
1001 nacht.
vorurteilsfreier spiegel.
geborgen überall. zuhause auf der erde wie im paradies.
unschuldig. reine liebe. innen wie aussen.
verbunden im offenen nest der freiheit.
simsalabim.


Gestern sass ich zufrieden über den sportlichen Tagesanfang mit meinem Liebsten im Aden bei einem Schuss grüngrünem Weizengrassaft, als ein Farang mit abenteuerlich beladenem Motorrad antuckert. Am Lenker hängen 2 Plastiksäcke mit Pflanzen und auf dem Gepäckträger hinten ist eine mit braunem Klebeband umwickelte Styroporkiste aufgeschnallt. Er parkt sein Gefährt direkt vor unseren Augen, steigt ab und peilt den Besitzer hinter uns im Laden an. Nach einer Weile kommen beide in angeregter Diskussion heraus und steuern auf das Motorrad zu. Der Farang nestelt an der Styroporkiste herum und entnimmt ihr ein kleines, dunkles Fläschchen und eine grössere in Alufolie gewickelte Flasche. So, wie seine Augen leuchten, muss was Wertvolles drin sein. Unsere Blicke treffen sich und nun gehören wir auch zum Publikum seiner Ansprache. Die Kiste hat ihm ein Freund aus Pattaya geschickt. Darin befinden sich mehrere Flaschen kaltgepresstes Öl von Sesamsamen und wilden Walnüssen. Ganz frisch abgefüllt vor 2 Tagen. Sein Freund hat in eine teure Ölpresse investiert und sucht jetzt Kunden für seine Schätze. Der Farang stellt sich als retired Yogi vor, der gerade einem Freund hilft. Seine Freude und sein Wissen kommen an und wir kaufen je eine Flasche, öffnen sie gleich und halten die Nase drüber. Meine meldet feinen, leicht nussigen Geruch. Ein Löffel muss her. Auch die Zunge ist begeistert. Zuhause suche ich im Internet Informationen über Sesam. Bis jetzt hielt ich Olivenöl für das beste Öl. Wie so oft klebe ich wieder mal am Leim meiner westlichen Konditionierung, die mich so schnell urteilen und nach dem Besten streben lässt statt mit dem zufrieden zu sein, was da ist. Sesam, öffne dich! Und Google offenbart mir Ali Baba und die 40 Räuber und das Guggisberger Lied, das die Schweizer Söldner beim König von Neapel nicht singen durften, damit sie nicht dem Heimweh, der Schweizerkrankheit, verfielen.

Spruch des Tages: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Montag, 15. Oktober 2007

eintauchen

Turtle Sanctuary auf Gili Meno: Kura-Kura trifft Rama-Rama
Den Tag vorbildlich begonnen mit Tee trinken, meditieren und den 5 Tibetern. Draussen rauschte der Monsun in immer neuen Schüben. Fahrt zum Fitnesspark ins Wasser fallen gelassen. Gefrühstückt was noch im Kühlschrank war: ein paar Stücke orangerosige Papaya Red Lady mit ihren fast schwarzen, pfefferartigen Samen, 2 Klacks Nature Yoghurt vom Tops Supermarket, ein Teelöffel voll goldgelbe Bienenpollen und ein paar eingeweichte, feuerrote Wolfsbeeren. Mich durch meine Internetwelt geclickt und dann in zukünftige Unternehmungsmöglichkeiten verstricken lassen. Bei Annie, der Philippinin um die Ecke, Chicken Adobo ausprobiert. 3 unansehnliche Stücke Huhn auf brauner, knoblauchgesprenkelter Sosse schwimmend. Aber welch ein Geschmack! Eine Mischung aus dem Sonntagspoulet meiner Kindheit und dem Frango Caseiro am Barragem da Bravura. Zuhause wieder Tee getrunken und dann in einen Zustand passiven Nichtwollens versunken. Mit dem Auto aus Zürich Richtung Norden gefahren. Bei einer Baustelle im Stau steckengeblieben. Das Auto stehengelassen und zu Fuss weiter über grüne Hügel bis zum Rhein gelaufen. Dort, wo er eine S-Kurve macht, hinuntergeblickt. Steile Klippen auf der einen, Kiesstrände auf der anderen Seite. Ein paar Restaurants auf Holzstelzen am Ufer vor den Klippen. Das Wasser glasklar. Sicht bis auf den Grund. Wie erfrischend und belebend, in den Fluss einzutauchen. Tauche erst wieder auf, als es draussen dunkel wird. Voller Lust auf einen Nachtspaziergang.

Spruch des Tages: Wer zwei Hasen jagt, lässt einen zurück und verliert den anderen.

Freitag, 14. September 2007

just in time

Ich schaue in den Spiegel und lache. Da lacht eine zurück, der die Haare in alle Richtungen abstehen, weil sie heute morgen in der von ihrem Liebsten veranstalteten Hetze, nicht zu spät zur Erneuerung ihres thailändischen Fahrausweises zu kommen, den Motorradhelm auf den nassen Schopf gestülpt hat. Dann ging die Fahrt los Richtung Land and Transport Administration Office. Im Rucksack die Dokumente, die sie in den letzten 2 Tagen gesammelt hatte:
- Certificate of Residency mit Foto, 30 Tage gültig, vom Immigration Office
- Certificate of Health, 30 Tage gültig, vom Ram Hospital
- Kopie vom Pass mit gültigem Visum und Departure Card
- 2 aktuelle Fotos, Format 1x1 Inch
Ihr Fahrausweis ist noch bis zum 25.9.07 gültig. Doch dann würde sie in Bali sein. Gemäss ihrem Plan. Und was tut eine in dem Fall, wenn sie gut schweizerisch erzogen wurde? Sie schaut voraus und erneuert den Fahrausweis, bevor er abläuft und denkt dabei nichts oder eben, alle Welt, also auch die Thais, würden das auch so machen. Tja, und dann steht sie siegesgewiss mit ihren Dokumenten am Schalter 21 und staunt nicht schlecht, als ihr die Beamtin lächelnd erklärt, dass sie den Fahrausweis erst erneuern könne, wenn er abgelaufen ist und dass sie eben zuerst bei ihr hätte fragen sollen, wie die Erneuerung hier funktioniert. Recht hat sie ja, aber vielleicht könnte sie ja eine Ausnahme machen, da es bis zum 25.9. nur noch 11 Tage sind und wieder einige Menschen Zeit und Energie für das Ausstellen neuer, gültiger Certificates aufwenden müssten. Die Beamtin nickt verständnisvoll und bespricht den Fall mit ihrem Vorgesetzten. Der prüft die Gültigkeitsdaten auf allen Dokumenten und deutet dann mit sorgenvoller Miene auf das Gültig-Bis-Datum 24.9.2007 auf dem Certificate of Residency ihres Liebsten. Schweizerischer und vorsorglicher noch als sie hatte er das Sammeln der Dokumente schon früher begonnen. Und wie sich jetzt herausstellte, genau einen Tag zu früh. Und so kehrten sie unverrichteter Dinge, dafür ein bisschen weiser nach Hause zurück.

Früchte des Tages: Rambutan, Banane, Karambole

Montag, 3. September 2007

Ankunft in Chiang Mai

Ich besitze wieder den Platz, von dem ich am 18.April aufstand und wegging. Mein Blick hat sich verändert. Ist noch geprägt vom Reichtum und Perfektionismus der Schweiz. Doch Erntefülle auch hier. Am Granatapfelbaum vor dem Haus baumeln reife Früchte. Und der Taxifahrer macht mich beim Aussteigen auf einen Baum aufmerksam, den ich bisher nicht beachtet habe. Er trägt reife Annonas, die Früchte mit der Patchwork-Schale und dem köstlichen Vanille-Erdbeer-Birnen-Geschmack.

Barfuss zuhause

Angekommen - ausgepackt - hingesetzt

Sonntag, 15. April 2007

Songkran Spaziergang etc

Um 4 Uhr höre ich zweimaliges metallisches Bimbam. Ich fühle mich angebimmelt, bleibe aber noch 1 Stunde liegen und stehe dann auf. Tee kochen. Die Matte raus auf den Balkon. Zuschauen, wie sich die Nacht in Morgen verwandelt während die Wärme des heissen Tees durch die Tasse in die Finger strömt und im ganzen Körper Wohligkeit verbreitet. Unter dem lauen Geriesel der Dusche die letzten Schlafnebel aus den Augen wischen. Wach für die Fahrt auf dem Motorrad zum Fuss des Doi Kham und für den Aufstieg zum Wat Prathat Doi Kham.


Es ist Frühling und ich laufe durch Laub wie im Herbst und spüre die feuchte Hitze des Sommers. Hot season in Thailand. Oben Ausblick über das Gelände der Ratchaphruek, das in eingezäunter Schönheit vor sich hindämmert und von vergangenen Besucherrekorden träumt. Im Wat herrscht schon feierliche Songkran Betriebsamkeit. Ganze Familien treffen ein um ihren Respekt für Buddha, Dhamma und Sangha in Form von Lotusblüten, Räucherstäbchen, Essen und Geld zu zeigen. Das Band zwischen Materie und Geist zu stärken.


Zwischendurch liebäugle ich mit indianischen Liebesflöten und Engeln.

Während in den Strassen immer noch die Wasserschlacht tobt - hab auf der Heimfahrt auch einen Gutsch abgekriegt - sitze ich in meinem Appartment auf dem Trockenen. Es gurgelt nur noch in der Leitung. Ich bin zu faul, es an der Rezeption zu melden. Vertraue auf die anderen. Und siehe da, mein Vertrauen wird nicht enttäuscht. Nächstes Mal bin ich wieder dran. Versprochen.

Abends romantische Spaghetti Pesto Primavera mit mir allein und einem Glas Wein im Pasta Cafe.