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Freitag, 9. Dezember 2011

SchlarAFFENzeit

Bevor ich morgen zum Vipassana Retreat im Wat Kow Tahm aufbreche, letzte Runde durch den Garten.

Allamanda mit ihren gelben Riesenblüten umrankt langsam die Überflussröhre vom Pool.

Morgens frühstücken die Affen im Kapokbaum, wo die Samenkapseln aufgeplatzt sind und ihren wolligen Inhalt wie Schneeflocken über den Garten schneien lassen.

Ein Ast knickte unter dem Gewicht der Riesen-Durians.

Am noch jungen Maulbeerbusch wachsen zaghaft die ersten Beeren.

Von der Pergola baumeln die prallen Markisas und Passionsfrüchte.

Wie ein zweiter Teppich wachsen die Pintobohnen mit ihren kleinen, gelben Blüten über das Mutiaragras.

Darüber erblühen die Prachtsblüten der Passionsfrüchte.

Montag, 1. November 2010

Sardellen - Anchovy - Ikan teri

Luh Nik kocht Sambal Sere mit Ikan teri

Bis vor kurzem war ich im Glauben, dass Sardellen nur eingelegt in Öl in einer Büchse oder gesalzen im Glas erhältlich sind. Beides nicht so einfach zu beschaffen in Bali. Und so war es naheliegend, dass ich in Kuala Lumpur in einem meiner vielen Gespräche über Essen völlig absichtslos die Bemerkung fallen liess, dass es schwierig sei in Bali Sardellen zu kaufen. Wie staunte ich, als mir meine Freundin und Gastgeberin Mona zum Abschied ein Paket mit 3 verschiedenen Sorten von getrockneten Sardellenfilets schenkte. Doppeltes, dreifaches Staunen: es gibt auch getrocknete Sardellenfilets und noch dazu verschiedene Sorten; und ja, diese Dinger hatte ich in Bali auf dem Markt auch schon gesehen; und welch grosszügige Gastfreundschaft!

Sonntag, 29. August 2010

August draussen

Regenbogen über dem Haus - einmalig

Möhrli tankt Sonnenenergie

Regenzeit - Comeback

Vollmond - Comeback

Zuckerrohr schälen - zum 1.Mal

Tomatenernte - zum 1.Mal
gelbe Minibirne von Zollinger und tomat es asli Bali

Mittwoch, 3. Februar 2010

Geburtstag auf der Baustelle


Margrit und Daniela überraschen mich mit einem Schoggichueche. Inschpiriert vom Chlödumüntschi im Chlötzlicheller z'Bärn gits no es Nidlemüntschi druuf.
Mit meinem lieben Arbeitskumpel Urs Schaffner habe ich vor Jahren, oder sind es schon Jahrzehnte?, im Chlötzlicheller eine Treberwurst aus Ligerz geschlemmt. Er wusste immer, wo es kulinarische Leckereien gab. Er ist mit 50 gestorben und lässt mich jetzt daran denken, wie wertvoll das Leben ist.

Sonntag, 31. Januar 2010

Sich treiben lassen

Blick in meine Welt morgens um 6 Uhr

Die empfehlenswerte Strategie für diese Zeit ist, sich ohne besonderes Arbeitsprogramm oder spezielle Ziele treiben zu lassen und sich nur mit dem Sammeln von Erfahrungen zu beschäftigen. Das rät mir Astrocom im heutigen Tages-Horoskop.

Vollmond - Leben in Fülle. Ich schaue in den Himmel. Verheissungsvoll. Was wird der Tag bringen?

Vollmond-Buddha mit Mangos und Bantal

Ari kommt zum Putzen. Ich überlasse ihr das Haus und gehe die Strasse hoch zum Warung von Ayu, um Kuchen und Kaffee für die Arbeiter zu kaufen. Die neue grüne Einkaufstasche von Hardy's statt Plastiksack unter dem Arm. Ich bestelle einen kopi pahit (bitterer Kaffee, d.h. ohne Milch und Zucker). Ayu serviert mir dazu selbstgemachte Bantal, Klebreisteig mit Zucker und Banane eingewickelt in spezielle Kokosblätter und mit Kokosfasern zusammengebunden. Die Kuchen, die es zu kaufen gibt, sind aus Weissmehl und in Plastikfolie eingepackt. Die Bantal gibt es nicht zu kaufen, nur auf Vorbestellung. Nachdem ich noch ein paar Worte Balinesisch gelernt habe, akude hargane (wieviel kostet das) und apesik, dadue, tetelu, papat, lime, nenem, pitu, kutus, sie, dase (Zahlen 1 bis 10), ziehe ich mit meiner grünen Tasche voller Plastikpäckchen ab. Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Ich verteile meine Gaben zum 10-Uhr-Kaffee. In der Mittagspause sehe ich die Arbeiter 2 grosse Jackfruits anschleppen. Sie bringen mir auch ein Stück, an dem ich anfängerhaft herumsäble, um an die süssen Fruchtkammern zu kommen, die von einem Netz von klebrigen, weissen Fasern umschlossen sind. Messer und Finger sind verklebt. Wie das Zeug wieder loswerden? Mit einem hilfesuchenden Blick strecke ich Pak Giri meine Hände hin. Er lacht und sagt das Zauberwort minyak (Öl).

Jackfruit schlachten

Die Siesta nach einem Teller voll Spaghetti lässt mich in die Traumwelt abdriften. Ich bin in einem Fluss, angenehmes Wasser, keine Strömung, und halte mich mit den Händen am Ufer fest. Wie verlockend, einfach loszulassen und sich dem Fluss hinzugeben. Ich tu's. Langsam treibe ich in die Strömung. Dann, wie aus dem Nichts, das Bild von steilen Felsen und Klippen, Strudeln und Stromschnellen. Nein, das nicht! Ich erwache mit Händen, die ins Leere greifen.
Auf der Yogamatte lese ich das Wort zum Samstag: the law of dharma oder der Sinn im Leben. Alle guten Dinge sind drei:
1. Lerne Dich selber kennen.
2. Lerne Deine speziellen Talente und Fähigkeiten kennen, schätze und lebe sie.
3. Diene mit Deinen Fähigkeiten auch anderen.

Unaufhaltsam treibe ich auf meinen 50igsten Geburtstag zu. Feiern oder nicht, und wenn, wie??? Kein Grund zur Sorge. Der Tag wird kommen, eine Weile dauern und dann vorbei sein wie jeder andere Tag auch. Und wie jeden Tag werde ich versuchen achtsam und ganz da zu sein, egal was passiert. Es ist wunderbar, im Strom des Lebens zu treiben.
Während hier die Bananen wachsen, werden in Schweden bei meiner Schwester die Fahrräder eingeschneit.

Fahrräder im Schnee vor dem Haus meiner Schwester in Schweden

Montag, 22. Juni 2009

Mae Chee Ahmon

Geistige Mutter im Wat Kow Tahm...

...und einige ihrer Kinder

Der Juni Newsletter aus dem Wat Kow Tahm erinnert mich wieder, weiter meinen Weg zu gehen, das, was ich gelernt habe, anzuwenden und dabei weiter zu lernen, zu wachsen. Immer wieder aufzustehen, wenn ich gestolpert bin, wenn ich mich niedergeschlagen, lächerlich, hilflos, lustlos, wertlos, ängstlich, dumm, verzweifelt, überheblich, arrogant, unfähig, feige, verwirrt, egoistisch, wütend, rachsüchtig, eifersüchtig, neidisch fühle. Es sind nur Gefühle, die kommen und wieder gehen. Mücken, aus denen man keine Elefanten machen sollte.

Mittwoch, 28. Januar 2009

Brückenbauer

Während ich noch über nachhaltige Community Projects nachdenke, sind Johann und Erich schon an der Arbeit. Sie helfen mit Geld, Arbeit und Werkzeug die baufällige Brücke zwischen Selat und Kayu Putih zu renovieren. Die Tukangs vom Dorf arbeiten mit.

Zuschauen

Schweissen

Lachen

Freitag, 19. Dezember 2008

es weihnachtet....

Thea bringt Schweizer Weihnachtsgebäck-Kultur auf unsere Baustelle. Ich lasse mich inspirieren und versuch es mal mit Makrönli aus frisch geraffelter Kokosnuss, Kakaopulver und Palmzucker.
Eine DHL Lieferung von Mona aus Malaysia verschafft mir das Abenteuer, ein Treffen auf Indonesisch zu vereinbaren. Nach etlichen SMS hin und her, "saya sudah datang di Hardys plaza. pak ke mana?", "di Hardys, jln raya", "tunggu. saya datang ke sana", "saya sudah datang. pak ke mana?", "di pintu masuk", "saya tunggu di pintu masuk", "pintu masuk di dalam atau di luar?", "di luar", dann einem unverständlichen Anruf und endlich unter verzweifelter Zufluchtnahme zu einem in der Nähe stehenden Indonesier mit Englischkenntnissen die Klärung der geografischen Positionen und Übergabe des Päckchens.
Und im Posteingang landen Weihnachtswünsche mittels sprechendem Hund und tropischem Weihnachtsbaum.
Im Warung Dolphin teile ich eine Portion Satay Coconut mit 2 Paaren aus der Schweiz, die froh sind hier mit Delphinen schwimmen zu können statt im Schneematsch auf Zürcher Strassen Tram fahren zu müssen.
Ansonsten verfliesst die restliche Zeit des Jahres und der neue Verputz an der Nordwand im Regen.

Der heftige Wind von neulich hat den Deckel eines Bienennests geöffnet. Pak Sui hat einige Waben mit Honig herausgeholt. Und die Frage, wie der Honig aus der Wabe ins Glas kommt, hat sich geklärt.

molen = Zementmischer, cor = giessen
Die Arbeiter transportieren wieder den Zementmischer vom Nachbar heran, um den oberen Ring zu giessen.

pisang, mangga dan paku
Bananen, Mangos und Nägel
Stilleben im Wohnzimmer auf der Baustelle

Sonntag, 26. Oktober 2008

Voll


24.10.2008. Letzter Tag in meiner Agenda 2008. Schon voll. Hatte nicht genug Seiten für dieses reiche Jahr. Oder ich ging mit den Seiten zu verschwenderisch um, weil ich dachte, es gäbe für jeden Tag eine Seite. Gibt es aber nicht. Wenigstens nicht in dieser Agenda. Für den Rest des Jahres habe ich mir Seiten in diesem Notizbuch reserviert. Sie alle mit Tag und Datum beschriftet, zuerst die Seite mit einer Linie halbiert, am Anfang noch etwas zittrig, dann immer sicherer und dann jeweils oben links im Tagesrechteck das Datum. Oben rechts soll Platz sein für Wetter, Mond und Himmel. darunter dann zuerst Geplantes und dann Gemachtes. Von unten nach oben Erde, Natur und Garten. In der Mitte oder da, wo noch Platz ist, Gedanken, die auftauchen und die ich bemerkenswert finde. Habe wohl immer noch Angst, Gedanken, die ich nicht schriftlich festhalte, wieder zu verlieren. Als seien Gedanken etwas Festes, Beständiges. Dabei sind sie doch mehr wie Wolken, nicht greifbar, entstehen und vergehen aufgrund irgendwelcher Wetterbedingungen, Temperatur, Feuchtigkeit, Bodenbeschaffenheit, Sonneneinstrahlungswinkel, Meeresströmungen, Gasgemisch, Topografie, ein Fremdwort, das ich noch in Wikipedia nachschauen will unjd mich an die griech. Wortteile -logie, -nomie und -sophie erinnert. Schweife ab.

alltäglicher Reichtum

Grube für den Septiktank

Terrassierung West

draussen regnets, in der Pfanne brutzelts

Sonntagabendereignis am Schüttstein:
kochendes Wasser in Kecap manis Flasche
botol goyang die Flasche tanzt

Dienstag, 1. Januar 2008

2551

Ein fülliges Jahr ist füllig zu Ende gegangen.
Fülle hat sich erfüllt.
Kassensturz: quantitativ ärmer, aber qualitativ sehr bereichert.
Grosszügig: dieses Jahr bekommen alle Lebewesen 366 neue Tage geschenkt!
Machen wir unser Bestes draus, jede auf ihre Weise, jeder auf seine Weise!
Ich pack jetzt meinen Rucksack und finde neue Landeplätze.
Den Laptop lass ich hier.

HAPPY NEW YEAR

Montag, 24. Dezember 2007

Knowing Touch


Eine Woche lang statt mit Worten mit Herz, Körper, Händen und Intuition kommuniziert. Wieder den Klängen aus der Embryotraumzeit gelauscht und auf den sanften Wellen von Chi geschaukelt wie in einer Wiege aus bauschigen Wolken.
Knowing Touch Workshop mit Oda Bogaire in der Wild Rose Sauna bei Rosemary

Donnerstag, 12. April 2007

stattgefunden

Umzug und Abschied haben stattgefunden.
Das Leben geht unbeirrt weiter. Meine Art zu lieben ist, den eigenen Weg zu gehen und den anderen vertrauensvoll seinen Weg gehen zu lassen. Und darauf zu vertrauen, dass sich die Wege immer wieder kreuzen, vielleicht auch mal ein Stück parallel verlaufen. Seit gut 30 Jahren tun sie es.

Spaziergang durch den Park statt Sitzmeditation auf der Matte
Orangensaft, Oatmeal und Cappuccino statt Früchte, Yoghurt und Nüsse
bedient statt beherrscht
im Café Mong Pearl unter dem Mangobaum statt in den eigenen 4 Wänden
neue Gesichter statt altes Foto
Fühler ausgestreckt statt eingezogen

Bilder aus Portugal laden mich ein zum Spielen. Angenommen.

Mittwoch, 4. April 2007

Elefanteninsel

Bald nur noch in Zement?
Morgenspaziergang
Frühstück für Leib und Seele
Persönliche Abrüstung
Häuser bauen, dass die Erde noch atmen kann
Im Lotusteich
Die eigene Mitte finden
Auf den Wellen in den Abend schaukeln

Sonntag, 18. März 2007

Licht im Rauch

Gerade hereingeflattert von meinem Freund San-bao. Die Geschichte von Little Soul and the Sun. Und ich denke an all die Engel um mich herum.

Sonntag, 14. Januar 2007

Grosszügigkeit

Gestern noch wollte ich Dir von meinem wiederentdeckten Studentenleben erzählen. Doch mit der gestrigen Charity Party der hiesigen Expat Community zugunsten der School for Life hat sich ein anderes Thema in den Vordergrund gedrängt. Wohltägigkeit und in einem weiteren Rahmen Grosszügigkeit. Erinnerungen an die Kindheit werden wach, wie ich im Kindergarten und zuhause vor Weihnachten jeweils Weihnachtsgeschenke für Eltern, Grosseltern und Onkel und Tanten gebastelt hatte. Freudig. Dann später in der Schule und im Gymnasium hatte ich nicht mehr soviel Zeit, dafür eigenes Taschengeld. Und so begannen die Weihnachtsgeschenkeinkaufsräusche. Anfangs fühlte es sich gut an, sich diesen gleissenden, sinnenbetörenden Erlebnissen hinzugeben. Aber von Jahr zu Jahr wurde der Weihnachtsrummel hektischer und stressiger und es wurde immer schwieriger, die richtigen Geschenke zu finden. Sie sollten ja nützlich sein und den Beschenkten erfreuen. Meine Freude zu Schenken hatte sich schon längst in Stress und unangenehme Pflicht verwandelt, was sich in einem ausgeprägten Weihnachtskoller und später Weihnachtsflucht in tropische Inselparadiese ausdrückte. Damit war ich nicht allein. Denn schliesslich vereinbarten wir in der Familie Geschenkverzicht so ähnlich wie Waffenstillstand. Oder wie die kanadische Regierung 1884 die Potlach-Feste verbot.
Wahrscheinlich sind es all die mit kindlichem Schenkfrust verbundenen Gefühle und Wertvorstellungen, die mich jeweils an Charity Parties lawinenartig überfallen. Und doch ging ich gestern zum zweiten Mal hin. Nahm mir vor, offen zu sein, ganz mich selber zu bleiben. Das blieb ich dann auch natürlich mit all meinen alten Prägungen und der Gefühlssturm wühlte grosse Wellen auf im stillen See. OK, Wellen anschauen.
Wie kann ich meine Grosszügigkeit stärken? Weise Lehrer empfehlen, über den Tod zu reflektieren.
Was ist sicher im Leben? Dass ich sterben werde.
Wann werde ich sterben? Vielleicht morgen, in einer Woche, in einem Monat, in 1 Jahr, in 10 Jahren, in 20 Jahren, in 50 Jahren?
Wie werde ich sterben? An Krankheit, von einem Auto überfahren, erstochen, erschlagen, erstickt, verhungert?
Was ist wichtig, im Moment des Todes? Die Höhe meines Bankkontos, die Kleider, die ich trage, das Haus, in dem ich lebe, die Beziehungen, die ich habe oder der innere Friede und die Freude darüber, mein Leben genutzt zu haben um Gutes und Heilsames für mich und andere getan zu haben? Lächelnd und ein bisschen weiser zu sterben als ich geboren wurde.
Den Wunsch nach Weisheit prognostizieren jetzt auch die Zukunftsforscher. Aber warum warten bis 2067?

Donnerstag, 23. November 2006

Fülle

Das wollte ich gestern schon posten, aber ein Engel und die sogra sind dazwischengeflattert.
Die Kälte trieb mich aus dem Bett in die frühmorgendliche Dunkelheit und rein in Socken und Trainerhose und -jacke. Ran an ZM-601. Kopf und Herz waren noch voll von der Fülle von gestern. Das Haus voller Orchideen und Früchte. Im Briefkasten am Gartentor lag ein richtiger Brief, Liebesgruss von Lotty. Wie schön, dass sie keine email-Adresse hat. Im anderen Briefkasten 2 Gaiamedianews-emails, eine versehentliche und dann eine mit sorry berichtigte. Doch gerade in der versehentlichen finde ich 13 Grossmütter so bunt und weise wie Herbstlaub. So ist das Versehen eines Menschen die Offenbarung eines anderen.
Was für den einen richtig, ist für den anderen falsch. Meine sogra an ihrem ersten Tag hier: Die fahren ja auf der falschen Strassenseite. Betrachtet eine 20 Baht-Note und sucht nach der richtigen 2.

Mittwoch, 15. November 2006

Wortseligkeiten

Seit Montag tummelt sich Venus in meinem 1.Haus und füllt mir das Postfach mit Liebesbriefen, rosigen, orchideeigen, septembrigen, hüpfenden, schwingenden. Lässt Tränen fliessen beim geniessen von free hugs. Wendet den Spruch "Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen" in "Arbeit ist Vergnügen". Lässt mich einen Wälzer von Mark Twain nach Hause wälzen nach ausgiebiger Swiss Ladies Schlemmerei und Plauderei. Und was lese ich dort als erste Worte?
This book is a record of a pleasure-trip. Kreuzfahrt im Jahre 1867 von New York nach Europa. Erster Halt auf den Azoren, Fayal auf Horta. Da die Azoren im damaligen Amerika nur wenig bekannt sind, vertieft sich Mark Twain zu meinem Vergnügen ein ganzes Kapitel lang in seine Beobachtungen. The community is eminently Portuguese - that is to say, it is slow, poor, shiftless, sleepy, and lazy. ... The good Catholic Portuguese crossed himself and prayed God to shield him from all blasphemous desire to know more than his father did before him. Einige Passagiere machen einen Ausritt auf Eseln. The saddles were peculiar, to say the least. They consisted of a sort of saw-buck, with a small mattress on it, and this furniture covered about half of the donkey. There were no stirrups, but really such supports were not needed - to use such a saddle was the next thing to riding a dinner table - ... Dann wundert sich Mark Twain über die guten Strassen überall auf der Insel, besser als der Broadway in New York. Calçadas eben! Die Amerikaner nennen es Russ pavement. Weiss jemand warum?
Venus lässt mich mein Traumhaus finden, und das schönste Wort 2004: Habseligkeiten. Noch ein paar Wortseligkeiten: Chrüsimüsi, Chrottepösche, Chlüpplisack.
Ab und zu überlege ich mir, wie ich sterben möchte. So wie der Sommer im September bei Hermann Hesse mit Zugabe bis November, dann der letzte Atemzug ein Hauch verwelkende Rose.

September von Hermann Hesse

Der Garten trauert,
Kühl sinkt in die Blumen der Regen.
Der Sommer schauert
Still seinem Ende entgegen.

Golden tropft Blatt um Blatt
Nieder vom hohen Akazienbaum.
Sommer lächelt erstaunt und matt
In den sterbenden Gartentraum.

Lange noch bei den Rosen
Bleibt er stehen, sehnt sich nach Ruh.
Langsam tut er die großen
Müdgewordenen Augen zu.

Montag, 13. November 2006

Geballter Sonntag

Es gibt Tage, die sind wie glühende Kohlen. So nah am Leben. So nah am Feuer, dass es sich erst davon erzählen lässt, wenn sie abgekühlt sind. Heisse Eisen fasst man nicht an. Gestern war so ein Tag. Ich erwachte mit dem Satz: Liebe schleicht sich ein. Zusammenhanglos. Frei schwingend.
Dann zog ich die Tarot 13. Was du säst, wirst du ernten. Wenn du Liebe säst, wirst du Liebe ernten, Wenn du Ärger säst, wirst du Ärger ernten. Wenn du Müll säst, wirst du von Dornen gestochen?

Aus Portugal schlich sich ein email ein und brachte mich in heitere Schwingung. Lebenselixier Trampolin. Wenn alle Zellen hüpfen, kommt Freude auf und Trübsinn schleicht davon.

Ein neuer Chnopf ist da. Geboren am 4.November. Herzlich willkommen, Nicolà!

Ja, und auch hier hat der Sommer ausgeschaukelt und es herbstet. Zeit für die Bäume ihre alten Blätter loszulassen. Zeit für uns alte Zöpfe abzuschneiden, alte Hüte abzulegen. Raum machen für Neues.

Beim Spaziergang mit A. durch Wat Umong öffnete sich das Tor in ein anderes Leben, andere Möglichkeiten. Wenn die eine Geld hat und die andere Land, warum tun sie sich nicht zusammen und die eine baut ein Haus auf dem Land, bewohnt und belebt es eine Weile und überlässt es dann den Kindern der anderen. Der Stimme des Herzens folgen statt den Regeln der Wirtschaft.

Ein bayrischer Urwurz liess mich abends zu den Farbstiften greifen und das kam dabei raus.