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Sonntag, 16. Januar 2011

Zwischen

im Westen: da kommt sie her, da geht sie hin

im Osten: da ballt sich was zusammen

schwebend im Wasser zwischen Himmel und Erde

zwischen den stürmen - stille
zwischen den wolken - himmel
zwischen den gipfeln - täler
zwischen den tagen - nächte
zwischen den landungen - fliegen
zwischen den worten -
zwitschern

Sonntag, 19. September 2010

Lichtblicke im Nebel


5 Minuten später...

von der Schwester lernen

bamboo sunset

Annäherung an die Sonne

Dienstag, 14. September 2010

Nähe zulassen

Immer wieder eine Gratwanderung: wieviel Nähe kann ich zulassen? wieviel Distanz brauche ich? wie kann ich mehr Nähe zulassen ohne meine Mitte zu verlieren?





Samstag, 3. Juli 2010

Samstagmorgen von 10 bis 12 Uhr

Hochzeitspaar am 2.7.2010: Kadek Arini (Ari) und Komang Manta

Ich sitze an der Küchenbar mit einem Kopi Arab. Es ist heiss, 28 Grad, und schwül, 85% Luftfeuchtigkeit. Kein Lüftchen regt sich. Das spüre ich und seh es auf meiner Wetterstation. Ich fühle mich schwer und müde und hoffe, der Kaffee belebt mich wieder etwas. Doch erstmal löst er einen weiteren Hitzeschub im Körper aus. Luh Nik schneidet rote Zwiebelchen, Karotten, Kürbis und eine Kartoffel für die Kürbissuppe zum Mittagessen. Luh Nik ist die ältere Schwester von Ari, meiner Haushälterin. Ari hat gestern geheiratet und deshalb 2 Wochen freigenommen. Zur Zeremonie hat mich Luh Nik gestern gegen 11 Uhr abgeholt und beim Einkleiden in Sarong, Hüfttuch und Kebaya geholfen. Um die Figur zu trimmen, benutzen die Balinesinnen auch Korsetts. Mein Figurtrimmer ist immer noch Yoga.
Die Arbeiter haben vorher die Durian, die gestern vom Baum gefallen ist, geschlachtet und teilen sie jetzt als Leckerei zur Kaffeepause. Pak Candra, der die Teichlandschaft beim Eingangstor baut, brauchte wieder 10 Säcke Zement. Diesmal wurden 40kg Säcke geliefert für 42'000Rp./Sack statt der 50kg Säcke für 51'000Rp./Sack. Ob das wohl die letzte Zementlieferung ist? Ich freu mich auf meinen freien Tag morgen und zähle die Tage bis mein Liebster wieder nach Hause kommt. Es sind noch dreieinhalb.


Nach dem Jubel, als ich das erste Poolleck fand, folgte die Enttäuschung, noch ein Leck. Aber auch dieses Leck ist mittlerweile gefunden und repariert und ich hab ein zweites Mal gejubelt. Den ganzen Tag höre ich jetzt das Plätschern des Wassers, das angetrieben von der Pumpe aus dem Pool in den Überlaufkanal rinnt und dann als Wasserfall ins Ausgleichsbecken stürzt. Unterwegs fliesst es durch den Sandfilter und den Ionisator, wo es mit Kupferionen angereichert wird. Die Kupferionen haben die gleiche Funktion wie Chlor, sodass der Einsatz von Chlor vermindert werden kann. Im Moment reicht mir dieses Wissen. Die chemischen Formeln gehen mir nicht mehr so leicht in meinen Kopf wie zu Gymi-Zeiten, als ich noch damit liebäugelte, Chemikerin zu werden. Doch beim Messen von pH, CL und Kupferionen kommt immer noch die spielerische Freude auf, die mir der Chemiekasten schenkte, den mir das Christkind mal unter den Weihnachtsbaum gelegt hatte.


Abends, wenn alles ruhig wird, schaukle ich in der Hängematte am Pool. Gestern das erste Mal. In der Hängematte, die mir Teres in meinem Ankunftsstress geschenkt hat. Welche Freude hat sich aus diesem Stress wieder entwickelt. Braucht eben alles seine Zeit. Dann schaue ich den Schwalben zu, wie sie akrobatisch knapp über die Wasseroberfläche fliegen und dabei kurz das Wasser berühren und einen Schluck nehmen. Auf dem Pool wachsen Kreise aus dieser Berührung und breiten sich aus.
Doch jetzt sitze ich an der Küchenbar. Die Kürbissuppe dampft aus der Pfanne. Die Kerne liegen zum pflanzen bereit. Ich freu mich auf das Essen und denke an alle Wesen, mit denen es mich verbindet. So geht es mir gerade. Möge mein Schreiben mich mit Euch verbinden.

Dienstag, 14. April 2009

Bleiben


Ich bleibe auf der Baustelle. Möge der folgende Text alle Menschen im Stress ermutigen.

Die zentrale Frage auf dem Weg zu innerem Frieden und Weisheit ist nicht, wie vermeide ich Unsicherheit und Furcht, sondern wie verhalte ich mich bei Unbehagen und Stress? Wie gehe ich mit Schwierigkeiten, mit meinen Emotionen, mit den unvorhersehbaren Ereignissen im Alltag um? Wer Wahrhaftigkeit sucht, für den sind unbehagliche Gefühle wie Signalflaggen, die sagen, hier hängst du fest. Wir können Enttäuschung, Verlegenheit, Verwirrung, Eifersucht und Furcht als Situationen betrachten, die uns zeigen, wo wir etwas verbergen und wie wir uns verschliessen. Diese unbequemen Gefühle sind eine Botschaft, aufzuwachen und sich die Situation anzuschauen, statt zusammenzubrechen und davonzurennen.
Wenn die Signalflagge hochgeht, haben wir die Gelegenheit: wir können bei unserem unangenehmen Gefühl bleiben statt zu reagieren oder zu flüchten. Indem wir einfach bleiben, lernen wir uns selber besser kennen, ertappen uns sanft, wie wir es zulassen, dass unser Ärger sich in Beschuldigungen, Rechtfertigungen und Distanzierung verhärtet. Oder wie wir versuchen, die unangenehmen Gefühle zu übertünchen, indem wir uns irgendwelche Geschichten zur Erleichterung einreden. Einfach gesagt, bis sie dann hochgeht, die Signalflagge!
Normalerweise übernehmen dann unsere gewohnheitsmässigen Verhaltensmuster das Steuer. Wir unterbrechen sie höchst selten. Mit ein bisschen Übung und Achtsamkeit allerdings können wir lernen, beim gebrochenen Herz, der namenlosen Furcht oder dem Wunsch nach Rache zu bleiben, ohne zu reagieren. Wir wissen nicht, was dann passiert und es gibt nur einen Weg es herauszufinden: es zu wagen. Nur so können wir lernen, mitten im Chaos ruhig zu bleiben, nicht auszuflippen, wenn uns der Teppich unter den Füssen weggezogen wird.


Übersetzt aus Pema Chödrön's Buch Comfortable with Uncertainty, The wisdom of no escape

Sonntag, 9. November 2008

Wat Umong

I am of the nature to decay
I am not beyond decay

I am of the nature to disease
I am not beyond disease

I am of the nature to die
I am not beyond death

All things mine, dear and delightful
shall vanish and change

Whatsoever the results of my
thoughts, speech and deeds will be
thereof I will be the heir





Dienstag, 25. Dezember 2007

Weihnachtsmeditation


Der erste Friede ist der Wichtigste!

Es ist der, welcher in die Seelen der Menschen einzieht, wenn sie ihre Verwandtschaft, ihr Einssein mit dem Universum begreifen und inne werden, dass im Mittelpunkt der Welt das grosse Geheimnis wohnt, und dass diese Mitte tatsächlich überall ist. Sie ist in jedem von uns. Dies ist der wirkliche Friede, alle anderen sind lediglich Spiegelungen davon.
Der zweite ist der, welcher zwischen den Einzelnen geschlossen wird.
Und der dritte ist der zwischen den Völkern.
Doch vor allem sollt ihr verstehen, dass es nie Frieden geben kann, solange nicht der erste Friede vorhanden ist, welcher, wie ich schon oft sagte, innerhalb der Menschenseelen wohnt.

Worte von Hehaká Sapa (Nicholas Black Elk)