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Freitag, 14. Februar 2014

Dienstag, 14. Januar 2014

Menjenguk Pak Pasek

Heute kam alles anders als geplant. Die ganze Nacht hatte schon der Wind ums Haus geheult. Als ich das Licht in der Küche einschalten wollte, blieb es dunkel. Kein Problem. Der Generator sprang auf Anhieb an. Noch schnell ins Internet bevor ich mich auf die Suche nach einer Schneiderin für die neue Bettwäsche mache. In den Bali Discovery News lese ich, dass sich bei Darwin ein tropischer Sturm bildet, der auch Auswirkungen auf das Wetter in Bali hat. Vor heftigen Winden, sintflutartigen Regenfällen, hohen Wellen und Erdrutschen wird gewarnt. Ich schlage die Warnung in den Wind und besteige meine Jupiter. Batterie schwach. Zum Glück hat sie ein Kickstarter-Pedal. Ich rolle los mit meiner Stoffkiste auf dem Hintersitz. Am Ende der Geraden zum Wald sehe ich ein Auto wenden und wundere mich. Nicht lange, dann wende ich auch. Ein Baumriese liegt quer über die Strasse. Das Angebot eines Jajan-Verkäufers, mein Motorrad über den Baum zu heben, schlage ich aus und bin schon bald wieder zuhause. Was jetzt? Könnte mir die Zeit im Internet vertreiben. Doch ich folge endlich der Stimme, die mir schon länger zuflüstert "besuche Pak Pasek". Pak Pasek ist der Nachbar von schräg gegenüber. Er hat mitgeholfen, unser Haus zu bauen. Hat überall angepackt, wo noch zwei Hände nötig waren. Keine Arbeit war ihm zuwider. Er war immer freundlich und hilfsbereit. Hat gesehen, wo es noch etwas aufzuräumen oder zu putzen gab, wenn andere ihren Job schon für getan hielten. Einige Male war er krank. Die Leute sagten, er hätte Gelbsucht. Nach der Bauzeit traf ich ihn manchmal auf der Strasse oder im Garten. Mal brachte er Holz nach Hause, mal schnitt er den riesigen Kapokbaum, mal pflanzte er junge Nelkenbäume oder besserte den Zaun aus mit Bambusstangen. Auch Zeremonien fanden statt. Sein 2.Sohn heiratete. Dann kam die 3.Enkelin zur Welt. Dann habe ich ihn lange nicht mehr gesehen. Die Leute erzählten, er sei zur Behandlung in ein Spital. Vor etwa 2 Wochen erzählte mir Kadek, unser Gärtner, dass Pak Pasek wieder zuhause sei. Dass er sehr schwach sei und einen riesigen Bauch hätte. Dazu sagte er noch banyak orang nengok, viele Leute nengok? Dem Sinn nach musste es sowas wie "besuchen" oder "Gesellschaft leisten" heissen. Ich suchte im Wörterbuch, fand aber keinen Eintrag unter nengok. Also fragte ich Luh Nik, meine Pembantu, und sie meinte, man könnte das Wort auch unter jengok oder jenguk finden. Und siehe da, jenguk=mit ausgestrecktem Hals Ausschau halten, besuchen, bei jdm. vorbeischauen. Das tat ich dann: menjenguk Pak Pasek. Und da lag er, abgemagert zu einem Häufchen Haut und Knochen mit aufgedunsenem Bauch. Langsam drehte er sein eingefallenes Gesicht zu mir und es war als ginge die Sonne auf nach langer Winternacht und schiene direkt in mein Herz.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Samen und Gandhi

"Samen sind die Quelle des Lebens..." sagt Vandana Shiva in ihrer Erklärung zur Freiheit der Samen, die ich heute hier unterschrieben habe. Wir alle haben uns aus einer winzigen Samenzelle entwickelt. Samen enthalten alle Möglichkeiten des zukünftigen Lebens. Sie sollten nicht patentierbar sein. Deshalb habe ich unterschrieben und weil die Zukunft davon abhängt, was ich heute tue.
"The future depends on what you do today." Zitat von Mohandas Karamchand Gandhi, der heute vor 143 Jahren geboren wurde.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Teaching english

Before jumping into the pool...

here come the cats...

here come the snakes...

here come the spiders...

and finally the most ferocious lions of Bali...

Freitag, 9. Dezember 2011

Tigabulanan

Nicht meins...zum ersten Mal Billi im Arm, für den die ganze Zeremonie veranstaltet wird.

Meine Belohnung für die Mithilfe beim Roko-Roko machen.

Die Männer der Nachbarschaft am frühen Morgen bei der Arbeit.

Bei unseren Nachbarn haben die Vorbereitungen für die Tigabulanan Zeremonie begonnen. Die Frauen sind beschäftigt mit Süssigkeiten vorbereiten, die den Gästen zum Kaffee serviert werden. Die Männer bauen das Dach und die Räume für die Feier aus Bambusstangen, die mit Wellblech bedeckt werden. Zur Bildung der verschiedenen Räume werden Tücher zwischen die Bambusstangen gespannt.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

AWESOME Stroke of insight

Stell Dir vor, Du bist Hirnforscherin oder Hirnforscher und erlebst selber einen Hirnschlag. Jill Bolte Taylor hat genau das erlebt und erzählt ihre Geschichte in diesem TED Talk und beschreibt sie in ihrem Buch "A Stroke of insight", auf deutsch "Mit einem Schlag". Schau's Dir an!
Dank Joyce in Chiang Mai ist dieser Link in meinem Postfach gelandet.

Dienstag, 20. September 2011

Diebstahl im Dschungel (1)

Möge ich die Methoden, Techniken und das Handwerkszeug der geistigen Entwicklung noch besser kennenlernen, anwenden und entfalten, damit ich die Herausforderungen und Schwierigkeiten meines Lebens erkennen, verstehen, annehmen und meistern kann.

Bewegung schenkt Freude. Zufrieden mit meinem Spaziergang den Berg hoch und inspiriert von all den Begegnungen nehme ich den Abstieg unter die Füsse. Mein Körper schwingt im Rhythmus der Schritte. Ab und zu ein kleiner Rutscher auf dem Geröll. Ein Motorrad nähert sich von hinten. Ich gebe die Fahrbahn frei, da es abwärts schwierig ist zu bremsen. Der Fahrer hält, wie hier oben üblich, und fragt, woher und wohin des Wegs. Ich antworte und frage zurück. Sein Name ist Gede. Er wohnt in Anturan und ist auf dem Weg zu seiner Familie. Er kommt von Bedugul, wohin er einen Holländer gebracht hat, der Bali zu Fuss durchquert. Er zeigt mir die Liste des Holländers mit den Wegstrecken. Einige sind schon abgehakt, andere noch nicht gegangen. Dann zückt er eine Visitenkarte und überreicht sie mir. Darauf steht: Gede Taman, ORGANISE MAN, What do you need. Telefonnummer und email. Schmunzel.
Noch ahne ich nicht, was sich abseits der Strasse im Dschungel abspielt. Ich schlafe gut und stehe früh auf, damit ich Zeit habe zu erwachen, bis Kadek, Putu und Luh Nik zur Arbeit kommen. Kadek meldet, Wasserleitung defekt. Nichts aussergewöhnliches. Im Dschungel kann immer mal ein stürzender Baum oder Stein die Leitung beschädigen. Putu und Kadek machen sich auf den Weg mit einem Stück Ersatzleitung. Gegen 11.30 Uhr kommen die beiden zurück. Keine Aufregung, aber ihre Mienen lassen mich aufhorchen. Masalah besar (grosses Problem)! Aha, was das wohl bedeuten mag? Eine ganze Rolle, ca. 250m, der Wasserleitung fehlen, abgeschnitten und herausgerissen, GEKLAUT! Ein Wort, das Balinesen selten verwenden. Zuerst heisst es hilang, lari oder pinjam (verschwunden, geflüchtet oder ausgeliehen). Das hatte ich nicht erwartet. Hmmmm?! Makan dulu! Erstmal essen! Dann befrage ich Putu nach den Umständen und der Situation. Wir haben noch genug Leitung für die Reparatur. Ich bitte Putu, genug Leute zu organisieren aus der Nachbarschaft. Die Leitungsreparatur ist das eine, die Verfolgung des oder eher der Diebe das andere. Wem melden? Wie vorgehen? Bitte Freunde und Freundinnen um Rat und finde mitfühlende Ohren. Wie gut es doch tut, das eigene Leid mitteilen zu können. Lange zögere ich, die Polizei zu verständigen. Geschichten über korrupte Beamte und eigene unangenehme Erfahrungen haben noch kein Vertrauen in die hiesige Polizei aufkommen lassen. Nach gutem Zureden meiner Sponsorin überwinde ich mich und erlebe wieder mal eine Überraschung. P.Agus ist sehr geduldig und versucht sich so gut es geht, sogar auf englisch verständlich zu machen. Wir verbleiben so, dass er morgen nachmittag vorbeikommt.

Sonntag, 2. Januar 2011

Marianne lacht...

...und die Badewanne kracht!

Das folgende Lied von Georg Kreisler widme ich meiner Mami, die heute mit Lachen und Humor der Katastrophe in der Badewanne entstiegen ist.

Sonntag, 19. September 2010

Lichtblicke im Nebel


5 Minuten später...

von der Schwester lernen

bamboo sunset

Annäherung an die Sonne

Dienstag, 14. September 2010

Nähe zulassen

Immer wieder eine Gratwanderung: wieviel Nähe kann ich zulassen? wieviel Distanz brauche ich? wie kann ich mehr Nähe zulassen ohne meine Mitte zu verlieren?





Montag, 13. September 2010

Heilung durch Kommunikation

Damit Kommunikation überhaupt stattfindet, müssen mindestens zwei Teile zusammen kommen; es muss also etwas geben, das sich zusammen bewegt. Das Wort Kommunikation heisst ja "zusammen kommen". Gehen wir davon aus, zwei Personen unterhalten sich und verstehen sich nicht wirklich, der Versuch zu kommunizieren wird zu keiner wirklichen Kommunikation führen, weil beide Gesprächspartner sich auf unterschiedlichen Ebenen bewegen. Sie stehen nicht in Resonanz miteinander. Wirkliche, essentielle Kommunikation bedeutet dagegen, dass wir auf einer Ebene in Resonanz sind. Dies gelingt zum Beispiel durch aktives Zuhören und Sich-Einlassen auf das, was der andere wirklich meint, und eindeutig darauf zu antworten, anstatt reaktiv zu sein oder sich zurückzuziehen.
Das bedeutet, dass wirkliche Kommunikation mit tiefer Übereinstimmung mit der Person, mit der man spricht, zu tun hat, und nicht nur mit dieser Person sondern auch mit sich selber. Denn unsere Art zu kommunizieren verrät sehr viel über uns selbst. Es ist wichtig zu erforschen, wie sehr und ob man überhaupt im Hier und Jetzt mit seinem Gegenüber ist, ohne Beurteilung oder falsche Ausreden. Es geht einfach darum, wahrzunehmen, was ist, und sich dem zu stellen. So können - im Falle eines Konflikts - Lösungen gefunden werden, die über das punktuelle Problem hinausgehen.
...
Kommunikation hat mit "miteinander rollen" zu tun, und wenn man dagegen arbeitet, wird es zur Kont-rolle. Man arbeitet also gegen eine natürliche Bewegung. In Resonanz zu sein, bedeutet somit, miteinander zu rollen.


aus dem Interview mit Stéphano Sabetti im Buch Heilung aus der Mitte von Anne Devillard, das meine liebste Freundin aus Portugal nach Bali gebracht hat und das mir jetzt hilft, die Kommunikation wieder ins rollen zu bringen.

Donnerstag, 2. September 2010

Ins Ungewisse

Aus meiner Yoga-Lektüre The 7 spiritual laws of Yoga zur Kunst des Loslassens:

Embrace uncertainty as an essential ingredient of your experience and watch how creative solutions to problems spontaneously emerge out of chaos. Cultivate an attitude of curiosity and innocence as you live your life and notice how a deep inner security develops within you, independent of things around you.


Wenn ich wüsste, was ich malen würde, warum sollte ich es dann malen?

Picasso

Sonntag, 29. August 2010

Comeback

Ich schreib mal wieder was. Inspiriert hat mich Aeschbi mit seiner Sendung Comeback.
Da ist die Regenzeit, die dieses Jahr immer wieder zurückkommt. Der Geburtstag, der jedes Jahr wiederkommt. Mein Comeback zu meinem Blog. In all diesen Comebacks, wer kommt da wohin zurück?
Die letzte Regenzeit ist vorbei. Es sind andere Regentropfen, die da vom Himmel fallen und auch die Erde, die nass wird, ist nicht mehr dieselbe.
Der Geburtstag, jedes Jahr bin ich eine andere und alles um mich her ist auch anders, hat sich verändert. Hier in Bali scheint das den Menschen bewusst zu sein. Heute morgen habe ich Ari zu ihrem 20.Geburtstag gratuliert per SMS. Zurück kam die Meldung "Danke, Ari selber hat nicht daran gedacht, dass heute der Geburtstag von Ari ist." Nicht so wichtig eben. Jeden Tag haben etwa 20 Millionen Menschen Geburtstag. Welch ein Veränderungspotential!
I AM AN IDIOT!
Jeder Tag, jeder Moment, jede Situation ist einmalig und neu. Auch wenn ich so tue, als wüsste ich, wie das Leben läuft. Mich an Gewohnheiten klammere, um nicht den Boden unter den Füssen zu verlieren. Nach vermeintlichen Gewissheiten grabsche, um nicht ins Ungewisse zu stürzen. Und doch im Innersten weiss, dass Glück und Zufriedenheit im Ungewissen zuhause sind. Also Loslassen! Berühren, aber nicht festhalten! Achtsam und geistesgegenwärtig sein, aber auch geduldig und mitfühlend.
Cobalah! Just do it!

Freitag, 26. Februar 2010

Handwerk

Oh, wie beneide ich sie manchmal, unsere Arbeiter. Den ganzen Tag an einer Arbeit bleiben können ohne sich von Hausarbeiten. Lieferanten, Telefonanrufen etc. ablenken zu lassen.

P.Sui und P.Wardana verlegen Palimanan

Bagler schneidet Fliesen für's Badezimmer

Mr.Karang spritzt die Tür zum Pumpenraum himmelblau

Kadek ist glücklich, endlich Teile der Baustelle wieder bepflanzen zu können.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Geburtstag auf der Baustelle


Margrit und Daniela überraschen mich mit einem Schoggichueche. Inschpiriert vom Chlödumüntschi im Chlötzlicheller z'Bärn gits no es Nidlemüntschi druuf.
Mit meinem lieben Arbeitskumpel Urs Schaffner habe ich vor Jahren, oder sind es schon Jahrzehnte?, im Chlötzlicheller eine Treberwurst aus Ligerz geschlemmt. Er wusste immer, wo es kulinarische Leckereien gab. Er ist mit 50 gestorben und lässt mich jetzt daran denken, wie wertvoll das Leben ist.

Sonntag, 10. Januar 2010

Spätzli für's Schätzli

ein Lächeln für Dich...

Seit einigen Wochen versuchte mein Liebster immer wieder, mich zum Spätzli kochen zu verführen, da es hier in Bali keinen Migros gibt, wo man Fertigspätzli kaufen kann. Gestern habe ich die Herausforderung angenommen und mich erstmal hier schlau gemacht, da ich meine Oma aus Balingen im Schwabeländle nicht mehr fragen kann. Mangels Spätzlesbrett und -schaber habe ich ein Plastikbrett und Plastikschaber benutzt. Den Teig habe ich mit einem Holzlöffel ohne Loch geschlagen, bis er vor Blasen schlagen stöhnte. Dabei gingen mir viele Erinnerungen durch den Kopf. Die Ferien als Kind bei Oma und Opa. Der Gemüse- und Beerengarten, wo es immer was zu naschen gab. Die grosse Wiese mit den vielen Apfel-, Birnen-, Quitten- und Zwetschgenbäumen. Der Stall mit den Hasen, die wir immer mit Löwenzahnblättern gefüttert haben. Der Kompostplatz hinter dem grossen Apfelbaum. Der Eimer mit Putzwasser zum Spülen neben der Toilette. Die holzgefeuerte Badewanne im Keller, die immer am Samstag eingeheizt wurde. Die Holzgestelle im Keller, die immer gefüllt waren mit Marmelade und Eingemachtem und wo die Boskopäpfel für den Winter eingelagert wurden. Ja, meine Oma hat nach den Methoden der Permakultur gewirtschaftet lange bevor Bill Mollison den Begriff definierte. Aber damals war sie altmodisch und wir wohnten in der Stadt und führten ein modernes Leben. Langsam werden die Folgen dieses modernen Lebens sichtbar. Wie gut, sich da an eine solche Oma und ihre Methoden erinnern zu können.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Alles Theater - oder was?

Wieder eine Woche mit viel Action vom Baustellen-Theater in Gintungan bis zum Playback-Theater bei Annette. Am Montag wurde gerade noch rechtzeitig vor dem Hari Raya Galungan der Whirlpool betoniert. Dann 3 Tage kein Baustellenbetrieb, welche Ruhe. Zeit Liegengebliebenes aufzuarbeiten und mich mit Design zu beschäftigen, Design von Treppen, Design einer Venusblume für den Poolboden. Am Freitag begann der Baustellenbetrieb gleich mit einem Irrtum, der sich ins Wochenende zog. Errare humanum est. Möge ich daraus lernen. Am Samstag entfloh ich der Baustelle und wagte mich auf eine andere Bühne: Playback Theater! Markus und Annette lockten mich aus dem Busch. Freude, Bewegung, Klänge, Geschichten, Berührung, leise, sanft, laut und heftig... bis der Vorhang fiel und ich mich erschöpft, aber reich beschenkt auf den Berg zurückzog. Nächste Vorstellung in diesem Theater morgen um 8 Uhr!

Sicht von der Terrasse auf die Betonsaeulen von Bale Bengung und die frischbetonierte Whirlpool-Schale

Penjor - Vorbereitung fuer Galungan

Manchmal fliesst es nicht so richtig...

Start der Amphitheater-Treppe im Pool

Start der Treppe zwischen Poolhaus und Whirlpool

Dienstag, 6. Oktober 2009

Boules im Handgepaeck

Vor einigen Wochen kam mir die gloriose Idee zwischen Swimming Pool und Haus einen Petanque Court anzulegen. Ein solcher Platz braucht weder Bewässerung, noch muss Rasen geschnitten werden und er kann sowohl zum Spielen, Sonnen im Liegestuhl, wie auch zum Trocknen von Kaffee- und Kakaobohnen und Nelken benutzt werden. Also ganz im Sinne des Permakultur Designs, wo jedes Element mindestens 3 Funktionen haben sollte. Mein Liebster war zuerst etwas skeptisch, hat dann aber schon mal eine Flasche Pastis gekauft und nach Boules Herstellern in Australien geforscht. Alsbald landete dann auch ein email mit Links zu Herstellern verbunden mit einem Beschaffungsauftrag in meiner Mailbox. Und ab ging's zum Permaculture Design Course in Melbourne. Nach einigem Hin und Her von emails und SMS mit Miguel von Australia Boules wurden die Kugeln in ihrem Zipperbag rechtzeitig vor meiner Abreise aus Melbourne ins St.Arnaud Guest House geliefert. Eine Kugel wiegt gut 700g, 8 Stück davon packte ich in meinen Koffer. Dafür kam das dicke Permaculture Design Manual ins Handgepäck in der Hoffnung, dass so der Koffer die 20kg Marke nicht überschritt. Doch die Anzeige am Check-In Schalter pendelte sich auf 23kg ein und Bob von JetStar Airline stellte mich vor die Wahl, entweder 40$ Übergewicht zu bezahlen oder den Koffer zu erleichtern. Ein indonesischer Bauarbeiter muss 8 Tage arbeiten, um soviel Geld zu verdienen. Also packte ich die Kugeln ins Handgepäck und das Manual wieder in den Koffer, was die Anzeige auf unter 20kg brachte. Ich lächelte Bob zufrieden an bis zur nächsten Frage, wann ich denn Bali wieder verlassen würde? Ich: "Am 1.November". Er: "Welche Fluglinie?" Ich: "Air Asia nach Bangkok." Er: "Gut, kann ich das Ticket sehen?" Tja, daran hatte ich natürlich nicht gedacht, dass ich für den Rückflug nach Bali das Flugticket nach Bangkok brauchen würde. Aber kein Problem. Der nächste Internetzugang befindet sich gleich gegenüber im Hilton Hotel auf der 5.Etage. Bob behält meine Boarding Cards und den Koffer hinter dem Schalter und ich eile davon. Jetzt nur nicht in Panik geraten! Nach einigem Herumirren im Flughafen-Parkhaus finde ich den richtigen Lift zur Hilton Hotelrezeption. Eine nette Lady begleitet mich ins Business Center, schaltet Computer und Drucker ein und ich tippe etwas ruhiger Benutzerkennung und Passwort für meine Mailbox ein. Dort liegt im Ordner Reise-Doku die Flugbestätigung für den Bangkok-Flug. Ein paar Klicks und der Drucker zieht rauschend ein weisses Blatt Papier ein und raus kommt meine Flugbestätigung. Geschenk von Hilton! Die Zeit reicht für das restliche Eincheck-Prozedere und so bin ich bald auf dem Weg nach Darwin mit knapp 6kg Boules im Handgepäck. Erkältet und etwas müde freue ich mich auf einen entspannten Zwischenhalt in Darwin. Der Koffer wird von JetStar direkt ins Flugzeug nach Bali umgeladen. Ich nehme den Umweg durch die Eincheck-Schleuse für internationale Flüge. Breite meine Habseligkeiten auf dem Laufband aus: Bauchtasche, Plastikbeutel mit Flüssigkeiten nun nicht mehr über 100ml - Zahnpasta wurde schon in Melbourne konfisziert -, Laptop, Rucksack und Mönchstasche. Ich schreite durch den Metall-DetekTor. Dahinter werfe ich einen Blick auf den Bildschirm des Securitybeamten und sehe meine Boules. Da kommt auch schon misstrauisch die Frage, wem DAS gehört und was DAS sei. Ich zeige und erkläre. "Die Kugeln sind zu schwer!" Damit lässt er mich stehen, bis die Kolonne hinter mir durchleuchtet ist. Die Kugeln dürfen nicht in die Flugzeugkabine, da man damit jemanden erschlagen könnte. Aber ich kann sie am Check-In Schalter als Fragile Item aufgeben. Ok, also aus der Sicherheitszone hinaus, Rolltreppe hinunter in die Abflughalle zum Check-In. Ich erkläre der Lady am Schalter den Fall und überreiche ihr das Zipperbag mit den Kugeln. "Zu klein, das könnte verloren gehen. Sie brauchen eine grössere Tasche." Woher nehmen? Einen Laden mit Taschen gibt es oben in der Abflugzone, wo ich herkomme. Langsam macht sich etwas Ärger breit. Hätte ich bloss 40$ Übergewicht bezahlt! Blöde Security!! Blöde Terroristen!!! Blöde Idee, Petanque Kugeln in Australien zu kaufen!!!! Aber wie immer hatte ich mir die Suppe ja selber eingebrockt mit meiner gloriosen Idee vor ein paar Wochen. Also cool bleiben und die Suppe auslöffeln. Wieder durch die Sicherheitsschleuse, Habseligkeiten ausbreiten, Habseligkeiten einsammeln, Rolltreppe rauf, Laden suchen, passende Tasche auswählen und ab damit zur Kasse. 45$ soll das Stück kosten. Ich greife zum Bauchbeutel und...ins Leere. Adrenalinstoss! Dann die Erinnerung. Tasche an der Kasse lassen. Rolltreppe runter, unter der Abschrankung durch zur Sicherheitsschleuse tauchen, Beutel packen, wieder durch die Sicherheitsschleuse, Rolltreppe hoch, zur Kasse, zahlen, wieder Rolltreppe runter mit Tasche, Zipperbag mit Kugeln an der Sicherheitsschleuse abholen, in die Tasche verpacken, zum Check-In Schalter, Tasche registrieren lassen. Die Tasche bekommt einen rotweissen Aufkleber mit dem Wort FRAGILE und ich den Hinweis, dass ich die Tasche am Schalter für Oversize Gepäck abgeben muss. Also auf zum fröhlichen Suchen des Oversize-Gepäck-Schalters. Dort endlich nimmt mir ein freundlicher Mensch die Last ab. Ahhhhh, 6kg leichter, 45$ und einige Schweisstropfen ärmer. Remember! Bin jetzt im tropischen Darwin und nicht mehr im frühlingsfrischen Melbourne. Ein letztes Mal durch die Sicherheitsschleuse und die Rolltreppe hinauf. Dann lasse ich mich in einen Fauteuil sinken, beisse in einen knackigen Apfel, überdenke die Geschichte und breche in Lachen aus. Ob ich wohl jemals in Bali eine Partie Petanque spielen werde? Welche Komödien und Dramen wir doch immer wieder in unserem Leben spielen.

Donnerstag, 10. September 2009

Quellen der Heiterkeit

Ich war wohl eine ziemlich langweilige Schülerin. Ich habe immer versucht, die "richtigen" Antworten auf Prüfungsfragen zu geben. Das hat mir gute Noten eingebracht. Dass man den Lehrer oder die Lehrerin mit den Antworten auch zum Lachen bringen kann, kam mir damals nicht in den Sinn. Wie schön, dass es Schüler und Schülerinnen gibt, die phantasievoller sind und anders denken.
Danke Koni, dass Du mit Deinen emails immer mal wieder für Erheiterung und Lachausbrüche in meinem ernsten Leben sorgst.


Mittwoch, 2. September 2009

Lunchlektüre zur Freiheit

Allein zuhause. Nur ab und zu kommt ein Arbeiter und leiht den Schlüssel zur Werkstatt, um ein Werkzeug oder Material zu holen. Und Kater Möhrli will miauend sein Mittagessen, eine Handvoll Whiskas Bröckli. Sonst Ruhe. Nach einer Schale Salat mit Couscous setze ich mich auf die Yogamatte und schlage wieder mal "Die fünf Pfeiler der Weisheit" von Thich Nhat Hanh auf. Da schreibt Christopher Reed über die 5 Richtlinien:

Wenn wir in unserem Leben nach Freiheit suchen, denken wir oft an "Freiheit von" statt an "Freiheit zu". Die Idee der Freiheit ist heute nachgerade zu einer kulturellen Besessenheit geworden. Wir reden von politischer Freiheit, wirtschaftlicher Freiheit, Religionsfreiheit, Redefreiheit, Meinungsfreiheit... In unserem angestrengten Versuch, Freiheit zu gewinnen, gilt unser Augenmerk gewöhnlich dem, was uns einschränkt. Wir haben keine wirkliche Vision davon, wie Freiheit eigentlich aussieht. Wir nehmen an, das zu bekommen, was wir uns wünschen, und das loszuwerden, was wir nicht wollen, würde uns glücklich machen. Wir bemühen uns, alles zu beseitigen, was uns im Weg steht. Und das oft, ohne uns über die Konsequenzen unseres Vorgehens Gedanken zu machen. Wir reagieren hypersensibel auf alles, was unsere Freiheit einzuschränken droht. Die 10 Gebote, so haben wir gehört, sind das Geschenk eines zornigen Gottes, der keine Widerrede duldet. Die Enge hierarchischer Denkstrukturen und institutionalisierter Autorität ist das kontinuierliche Erbe dieses Geschenks. Der Schatten, der uns begleitet, ist die Manifestation unseres sehnsüchtigen Verlangens, diese Vorschriften los zu sein. Während wir versuchen, Freiheit zu finden, indem wir tun, was wir wollen, laufen wir Gefahr, alles zu verlieren. Gibt es einen Weg zwischen Schwelgen und Kasteien?
Wir können die Welt nicht reparieren, wir können nicht einmal unser eigenes Leben reparieren. Indem wir das Versagen akzeptieren, bekräftigen wir unsere Bereitschaft, immer und immer wieder von vorn anzufangen. Indem wir das Versagen akzeptieren, ändern wir uns, erneuern uns, passen uns an, hören zu und wachsen. Nur wenn wir üben, ohne Erfolg zu erwarten, können wir uns der Welt öffnen, dem Leid und der Freude. Welch unerhörter Mut liegt darin, den Verlust des Sicheren, Bekannten zugunsten des Unsicheren, Unbekannten zu riskieren: das, was Du zu beherrschen glaubst, zugunsten Deiner wahren Fähigkeiten aufs Spiel zu setzen! Welche Freiheit - nicht immer alles richtig machen zu müssen, nicht auf den Erfolg hin leben zu müssen! Indem wir uns dem Versagen öffnen, öffnen wir uns der Grösse des Unbekannten, nehmen bedingungslos teil, erneuern unser Leben.


Nach 5 Tagen Schnupfen, "die Nase voll haben", bin ich wieder am Gesunden.