Du bist so weich, du gibst von etwas Kunde,
von einem Glück aus Sinken und Gefahr
in einer blauen, dunkelblauen Stunde
und wenn sie ging, weiß keiner, ob sie war.
Strophe aus dem Gedicht Blaue Stunde von Gottfried Benn
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Dienstag, 18. Februar 2014
Sonntag, 8. Dezember 2013
Strassengespräch
"Was ist Freundschaft?", frage ich die Strasse.
Nicht was Du denkst. Sie bewegt sich mit Dir.
"Kann sie zerbrechen?"
Nur, wenn sie erstarrt ist.
"Ich will aber eine Freundin, die nur mir gehört. Meine beste Freundin! Die alles versteht, auch ohne Worte, und immer für mich da ist. Die mir Geheimnisse anvertraut, die sonst niemand weiss. Die mich tröstet. Mit der ich alles unternehmen kann. Die mich ermutigt. Die mit mir lacht und spielt. So eine, wie alle Mädchen eine hatten, nur ich nicht."
Wach auf, du träumst! Geh weiter, Schritt für Schritt.
"Es ist so steil und da sind soviele Schlaglöcher. Und Geröllhaufen."
Vertrau Deinen Füssen.
"Und all die Hunde, die mich anbellen. Sie machen mir Angst."
Die bellen nur. Sie tun Dir nichts. Geh einfach weiter.
"Oh, die schönen Blumen.
Und über mir der Himmel, so weit und licht!
Von hier kann ich sogar die Küste sehen und das Meer."
Oh, da kommt ein schwarzer Pick-Up. Ich geh zur Seite. Sicher ist sicher.
"Selamat pagi, Wayan. Woher kommst Du?"
Hab Nachbarn zur Zeremonie gebracht oben am Berg.
Seit wann bist Du wieder da?
"Seit 2 Wochen. Ich hab Baumaschinen gesehen. Vielleicht reparieren sie die Strasse."
Ja, vielleicht, irgendwann. Ich fahr weiter. Ayo.
"Wenn die Strasse wieder gut ist, gibt's wohl mehr Verkehr. Dann ist es vorbei mit der Stille."
He, wach auf, du träumst schon wieder!
"Da ist der grosse Baum. Er ist einfach da. Auch für mich. Und für Dich. Für alle! Er ist vollkommen, so wie er ist."
Baum, was denkst Du? Was fühlst Du? Bist Du glücklich? Wie ist es, als Baum zu leben?
Weisst Du, was Freundschaft ist?
Nicht was Du denkst. Sie bewegt sich mit Dir.
"Kann sie zerbrechen?"
Nur, wenn sie erstarrt ist.
"Ich will aber eine Freundin, die nur mir gehört. Meine beste Freundin! Die alles versteht, auch ohne Worte, und immer für mich da ist. Die mir Geheimnisse anvertraut, die sonst niemand weiss. Die mich tröstet. Mit der ich alles unternehmen kann. Die mich ermutigt. Die mit mir lacht und spielt. So eine, wie alle Mädchen eine hatten, nur ich nicht."
Wach auf, du träumst! Geh weiter, Schritt für Schritt.
"Es ist so steil und da sind soviele Schlaglöcher. Und Geröllhaufen."
Vertrau Deinen Füssen.
"Und all die Hunde, die mich anbellen. Sie machen mir Angst."
Die bellen nur. Sie tun Dir nichts. Geh einfach weiter.
"Oh, die schönen Blumen.
Und über mir der Himmel, so weit und licht!
Von hier kann ich sogar die Küste sehen und das Meer."
Oh, da kommt ein schwarzer Pick-Up. Ich geh zur Seite. Sicher ist sicher.
"Selamat pagi, Wayan. Woher kommst Du?"
Hab Nachbarn zur Zeremonie gebracht oben am Berg.
Seit wann bist Du wieder da?
"Seit 2 Wochen. Ich hab Baumaschinen gesehen. Vielleicht reparieren sie die Strasse."
Ja, vielleicht, irgendwann. Ich fahr weiter. Ayo.
"Wenn die Strasse wieder gut ist, gibt's wohl mehr Verkehr. Dann ist es vorbei mit der Stille."
He, wach auf, du träumst schon wieder!
"Da ist der grosse Baum. Er ist einfach da. Auch für mich. Und für Dich. Für alle! Er ist vollkommen, so wie er ist."
Baum, was denkst Du? Was fühlst Du? Bist Du glücklich? Wie ist es, als Baum zu leben?
Weisst Du, was Freundschaft ist?
Sonntag, 15. Januar 2012
Für den Kater
Sonntag, 26. Juni 2011
Roter Faden
Was hat die vergangene Woche charakterisiert? Welche Energien, welche Themen haben sich durch mein Leben gezogen? Bewegung - Das Ziel liegt im Weg!
Ich suche den roten Faden in meinen Geschichten. Vielleicht findest Du ihn. Ich erzähl einfach mal. Ich beginne mit dem letzten Montag, dem 20.Juni 2011. In meiner Agenda stehen 3 Einträge: 8 Uhr - Arbeiten während Abwesenheit organisieren, 11 Uhr - Vortrag über Stammzellen Ernährung, 15 Uhr - Englischlektion für die Nachbarskinder, vorverschoben.
Und schon melden sich Zweifel, warum ich überhaupt darüber schreiben soll? Aber jeder Moment ist eine Geschichte wert. Aus jedem Moment kann man lernen. Also nochmal von vorn, anders. Wenn mich JEMAND fragen würde, "wie war Deine Woche", und ich spüren würde, dieser JEMAND hat Zeit zum Zuhören und interessiert sich wirklich für meine Geschichte, dann würde ich diesem JEMAND vielleicht folgendes erzählen:
Ich erwachte voller Freude am Montagmorgen, denn der Plan für die Woche sah vielversprechend aus. Um 11 Uhr ein Vortrag im Warung Bambu über Stammzellen Ernährung. Es macht mich einfach glücklich, wenn ich etwas neues lernen kann.
Die Zweifel geben keine Ruhe. Wenn ich so weiterschreibe, wird die Geschichte zu lang. Also, stopp!
Oh wie gern möchte ich so schreiben können, so fliessend wie das Wasser. Aber immer wieder stossen meine Gedanken auf Hindernisse, geraten in Widerwasser und kreisen dann an Ort. Vielleicht müssen da einfach Dinge ausgelotet und geklärt werden, emetokathartisch sozusagen. Neue Wörter machen mir auch Freude. Sie wirken wie paradiesische Lockvögel auf mich, die alles andere verblassen und vergessen lassen. Bereitwillig folge ich ihnen auf der Suche nach ihrem Sinn in die Tiefen des Bedeutungsdschungels im Netz. Da könnte ich ja auch gleich noch nachforschen wie die Pflanze heisst, die gerade hochaufgerichtet in der Kräuterspirale blüht. Nicht zu finden...stattdessen stosse ich bei tropicalplantbook auf stachytarpheta jamaicensis, die ich auch schon mal ohne Erfolg gesucht habe. Sie blüht gerade am südwestlichen Zaun und lockt mit ihren blauen Tupfern Schmetterlinge an. Wenn man ihre Blätter kocht, soll der Sud eben diese emetokathartische Wirkung haben, also Erbrechen und Durchfall gleichzeitig, die totale Reinigung. Das "kathartische" bringt mich weiter zur griechischen Tragödie mit ihrer Katharsis und so lande ich wieder in vertrauteren Gefilden. Versuche eine Brücke zum Playback-Theater zu schlagen. Den roten Faden in meinem Leben zu finden, den roten Faden, den Goethe in seinem Roman "Wahlverwandtschaften" aus den Seilen der britischen Kriegsmarine in Ottiliens Tagebuch eingeflochten hat und den ich jetzt als Etikette für die gebündelten Kräfte, die mein Leben gestalten, verwenden kann. Alles Quatsch oder Karma, das Gesetz von Ursache und Wirkung? Ich spinne. Ich spinne den roten Faden ja selber in jedem Moment meines Lebens, nur weiss ich das nicht immer. Bevor ich jetzt die endlose Geschichte aller meiner Lebensentscheide, die zum jetzigen Moment geführt haben, erzähle, keine Angst, ich tu's nicht, muss ich mich entscheiden, immer diese Entscheide!, wo ich den Faden abschneide. Nein, auch nicht gut, will den Faden ja nicht abschneiden. Nur ein bisschen abwickeln und Dir zeigen. Damit Du ihn berühren kannst. Vielleicht fühlt er sich ja ähnlich an, wie der rote Faden, den Du spinnst.
Also, wie war sie denn jetzt, meine Woche? Im Watsupool bei Renate habe ich einen neuen Zugang zum Wasser und zu mir selber gefunden. Vertrauen, eintauchen, loslassen, sich tragen lassen, sich bewegen lassen...
Und endlich wieder mal am Meer, einatmen und eintauchen in türkisblaues Wasser und einen Atemzug lang eins werden mit dem Meer. Auftauchen. Auf den Rücken drehen, die Augen schliessen und mich ganz den Bewegungen der Wellen hingeben. Vertrauen haben ins Leben. Alle Blockaden und Ängste loslassen. Einige wertvolle Momente lang gelingt's.
Ich suche den roten Faden in meinen Geschichten. Vielleicht findest Du ihn. Ich erzähl einfach mal. Ich beginne mit dem letzten Montag, dem 20.Juni 2011. In meiner Agenda stehen 3 Einträge: 8 Uhr - Arbeiten während Abwesenheit organisieren, 11 Uhr - Vortrag über Stammzellen Ernährung, 15 Uhr - Englischlektion für die Nachbarskinder, vorverschoben.
Und schon melden sich Zweifel, warum ich überhaupt darüber schreiben soll? Aber jeder Moment ist eine Geschichte wert. Aus jedem Moment kann man lernen. Also nochmal von vorn, anders. Wenn mich JEMAND fragen würde, "wie war Deine Woche", und ich spüren würde, dieser JEMAND hat Zeit zum Zuhören und interessiert sich wirklich für meine Geschichte, dann würde ich diesem JEMAND vielleicht folgendes erzählen:
Ich erwachte voller Freude am Montagmorgen, denn der Plan für die Woche sah vielversprechend aus. Um 11 Uhr ein Vortrag im Warung Bambu über Stammzellen Ernährung. Es macht mich einfach glücklich, wenn ich etwas neues lernen kann.
Die Zweifel geben keine Ruhe. Wenn ich so weiterschreibe, wird die Geschichte zu lang. Also, stopp!
Oh wie gern möchte ich so schreiben können, so fliessend wie das Wasser. Aber immer wieder stossen meine Gedanken auf Hindernisse, geraten in Widerwasser und kreisen dann an Ort. Vielleicht müssen da einfach Dinge ausgelotet und geklärt werden, emetokathartisch sozusagen. Neue Wörter machen mir auch Freude. Sie wirken wie paradiesische Lockvögel auf mich, die alles andere verblassen und vergessen lassen. Bereitwillig folge ich ihnen auf der Suche nach ihrem Sinn in die Tiefen des Bedeutungsdschungels im Netz. Da könnte ich ja auch gleich noch nachforschen wie die Pflanze heisst, die gerade hochaufgerichtet in der Kräuterspirale blüht. Nicht zu finden...stattdessen stosse ich bei tropicalplantbook auf stachytarpheta jamaicensis, die ich auch schon mal ohne Erfolg gesucht habe. Sie blüht gerade am südwestlichen Zaun und lockt mit ihren blauen Tupfern Schmetterlinge an. Wenn man ihre Blätter kocht, soll der Sud eben diese emetokathartische Wirkung haben, also Erbrechen und Durchfall gleichzeitig, die totale Reinigung. Das "kathartische" bringt mich weiter zur griechischen Tragödie mit ihrer Katharsis und so lande ich wieder in vertrauteren Gefilden. Versuche eine Brücke zum Playback-Theater zu schlagen. Den roten Faden in meinem Leben zu finden, den roten Faden, den Goethe in seinem Roman "Wahlverwandtschaften" aus den Seilen der britischen Kriegsmarine in Ottiliens Tagebuch eingeflochten hat und den ich jetzt als Etikette für die gebündelten Kräfte, die mein Leben gestalten, verwenden kann. Alles Quatsch oder Karma, das Gesetz von Ursache und Wirkung? Ich spinne. Ich spinne den roten Faden ja selber in jedem Moment meines Lebens, nur weiss ich das nicht immer. Bevor ich jetzt die endlose Geschichte aller meiner Lebensentscheide, die zum jetzigen Moment geführt haben, erzähle, keine Angst, ich tu's nicht, muss ich mich entscheiden, immer diese Entscheide!, wo ich den Faden abschneide. Nein, auch nicht gut, will den Faden ja nicht abschneiden. Nur ein bisschen abwickeln und Dir zeigen. Damit Du ihn berühren kannst. Vielleicht fühlt er sich ja ähnlich an, wie der rote Faden, den Du spinnst.
Also, wie war sie denn jetzt, meine Woche? Im Watsupool bei Renate habe ich einen neuen Zugang zum Wasser und zu mir selber gefunden. Vertrauen, eintauchen, loslassen, sich tragen lassen, sich bewegen lassen...
Und endlich wieder mal am Meer, einatmen und eintauchen in türkisblaues Wasser und einen Atemzug lang eins werden mit dem Meer. Auftauchen. Auf den Rücken drehen, die Augen schliessen und mich ganz den Bewegungen der Wellen hingeben. Vertrauen haben ins Leben. Alle Blockaden und Ängste loslassen. Einige wertvolle Momente lang gelingt's.
Dienstag, 6. Oktober 2009
Boules im Handgepaeck
Vor einigen Wochen kam mir die gloriose Idee zwischen Swimming Pool und Haus einen Petanque Court anzulegen. Ein solcher Platz braucht weder Bewässerung, noch muss Rasen geschnitten werden und er kann sowohl zum Spielen, Sonnen im Liegestuhl, wie auch zum Trocknen von Kaffee- und Kakaobohnen und Nelken benutzt werden. Also ganz im Sinne des Permakultur Designs, wo jedes Element mindestens 3 Funktionen haben sollte. Mein Liebster war zuerst etwas skeptisch, hat dann aber schon mal eine Flasche Pastis gekauft und nach Boules Herstellern in Australien geforscht. Alsbald landete dann auch ein email mit Links zu Herstellern verbunden mit einem Beschaffungsauftrag in meiner Mailbox. Und ab ging's zum Permaculture Design Course in Melbourne. Nach einigem Hin und Her von emails und SMS mit Miguel von Australia Boules wurden die Kugeln in ihrem Zipperbag rechtzeitig vor meiner Abreise aus Melbourne ins St.Arnaud Guest House geliefert. Eine Kugel wiegt gut 700g, 8 Stück davon packte ich in meinen Koffer. Dafür kam das dicke Permaculture Design Manual ins Handgepäck in der Hoffnung, dass so der Koffer die 20kg Marke nicht überschritt. Doch die Anzeige am Check-In Schalter pendelte sich auf 23kg ein und Bob von JetStar Airline stellte mich vor die Wahl, entweder 40$ Übergewicht zu bezahlen oder den Koffer zu erleichtern. Ein indonesischer Bauarbeiter muss 8 Tage arbeiten, um soviel Geld zu verdienen. Also packte ich die Kugeln ins Handgepäck und das Manual wieder in den Koffer, was die Anzeige auf unter 20kg brachte. Ich lächelte Bob zufrieden an bis zur nächsten Frage, wann ich denn Bali wieder verlassen würde? Ich: "Am 1.November". Er: "Welche Fluglinie?" Ich: "Air Asia nach Bangkok." Er: "Gut, kann ich das Ticket sehen?" Tja, daran hatte ich natürlich nicht gedacht, dass ich für den Rückflug nach Bali das Flugticket nach Bangkok brauchen würde. Aber kein Problem. Der nächste Internetzugang befindet sich gleich gegenüber im Hilton Hotel auf der 5.Etage. Bob behält meine Boarding Cards und den Koffer hinter dem Schalter und ich eile davon. Jetzt nur nicht in Panik geraten! Nach einigem Herumirren im Flughafen-Parkhaus finde ich den richtigen Lift zur Hilton Hotelrezeption. Eine nette Lady begleitet mich ins Business Center, schaltet Computer und Drucker ein und ich tippe etwas ruhiger Benutzerkennung und Passwort für meine Mailbox ein. Dort liegt im Ordner Reise-Doku die Flugbestätigung für den Bangkok-Flug. Ein paar Klicks und der Drucker zieht rauschend ein weisses Blatt Papier ein und raus kommt meine Flugbestätigung. Geschenk von Hilton! Die Zeit reicht für das restliche Eincheck-Prozedere und so bin ich bald auf dem Weg nach Darwin mit knapp 6kg Boules im Handgepäck. Erkältet und etwas müde freue ich mich auf einen entspannten Zwischenhalt in Darwin. Der Koffer wird von JetStar direkt ins Flugzeug nach Bali umgeladen. Ich nehme den Umweg durch die Eincheck-Schleuse für internationale Flüge. Breite meine Habseligkeiten auf dem Laufband aus: Bauchtasche, Plastikbeutel mit Flüssigkeiten nun nicht mehr über 100ml - Zahnpasta wurde schon in Melbourne konfisziert -, Laptop, Rucksack und Mönchstasche. Ich schreite durch den Metall-DetekTor. Dahinter werfe ich einen Blick auf den Bildschirm des Securitybeamten und sehe meine Boules. Da kommt auch schon misstrauisch die Frage, wem DAS gehört und was DAS sei. Ich zeige und erkläre. "Die Kugeln sind zu schwer!" Damit lässt er mich stehen, bis die Kolonne hinter mir durchleuchtet ist. Die Kugeln dürfen nicht in die Flugzeugkabine, da man damit jemanden erschlagen könnte. Aber ich kann sie am Check-In Schalter als Fragile Item aufgeben. Ok, also aus der Sicherheitszone hinaus, Rolltreppe hinunter in die Abflughalle zum Check-In. Ich erkläre der Lady am Schalter den Fall und überreiche ihr das Zipperbag mit den Kugeln. "Zu klein, das könnte verloren gehen. Sie brauchen eine grössere Tasche." Woher nehmen? Einen Laden mit Taschen gibt es oben in der Abflugzone, wo ich herkomme. Langsam macht sich etwas Ärger breit. Hätte ich bloss 40$ Übergewicht bezahlt! Blöde Security!! Blöde Terroristen!!! Blöde Idee, Petanque Kugeln in Australien zu kaufen!!!! Aber wie immer hatte ich mir die Suppe ja selber eingebrockt mit meiner gloriosen Idee vor ein paar Wochen. Also cool bleiben und die Suppe auslöffeln. Wieder durch die Sicherheitsschleuse, Habseligkeiten ausbreiten, Habseligkeiten einsammeln, Rolltreppe rauf, Laden suchen, passende Tasche auswählen und ab damit zur Kasse. 45$ soll das Stück kosten. Ich greife zum Bauchbeutel und...ins Leere. Adrenalinstoss! Dann die Erinnerung. Tasche an der Kasse lassen. Rolltreppe runter, unter der Abschrankung durch zur Sicherheitsschleuse tauchen, Beutel packen, wieder durch die Sicherheitsschleuse, Rolltreppe hoch, zur Kasse, zahlen, wieder Rolltreppe runter mit Tasche, Zipperbag mit Kugeln an der Sicherheitsschleuse abholen, in die Tasche verpacken, zum Check-In Schalter, Tasche registrieren lassen. Die Tasche bekommt einen rotweissen Aufkleber mit dem Wort FRAGILE und ich den Hinweis, dass ich die Tasche am Schalter für Oversize Gepäck abgeben muss. Also auf zum fröhlichen Suchen des Oversize-Gepäck-Schalters. Dort endlich nimmt mir ein freundlicher Mensch die Last ab. Ahhhhh, 6kg leichter, 45$ und einige Schweisstropfen ärmer. Remember! Bin jetzt im tropischen Darwin und nicht mehr im frühlingsfrischen Melbourne. Ein letztes Mal durch die Sicherheitsschleuse und die Rolltreppe hinauf. Dann lasse ich mich in einen Fauteuil sinken, beisse in einen knackigen Apfel, überdenke die Geschichte und breche in Lachen aus. Ob ich wohl jemals in Bali eine Partie Petanque spielen werde? Welche Komödien und Dramen wir doch immer wieder in unserem Leben spielen.
Sonntag, 26. Oktober 2008
Voll
24.10.2008. Letzter Tag in meiner Agenda 2008. Schon voll. Hatte nicht genug Seiten für dieses reiche Jahr. Oder ich ging mit den Seiten zu verschwenderisch um, weil ich dachte, es gäbe für jeden Tag eine Seite. Gibt es aber nicht. Wenigstens nicht in dieser Agenda. Für den Rest des Jahres habe ich mir Seiten in diesem Notizbuch reserviert. Sie alle mit Tag und Datum beschriftet, zuerst die Seite mit einer Linie halbiert, am Anfang noch etwas zittrig, dann immer sicherer und dann jeweils oben links im Tagesrechteck das Datum. Oben rechts soll Platz sein für Wetter, Mond und Himmel. darunter dann zuerst Geplantes und dann Gemachtes. Von unten nach oben Erde, Natur und Garten. In der Mitte oder da, wo noch Platz ist, Gedanken, die auftauchen und die ich bemerkenswert finde. Habe wohl immer noch Angst, Gedanken, die ich nicht schriftlich festhalte, wieder zu verlieren. Als seien Gedanken etwas Festes, Beständiges. Dabei sind sie doch mehr wie Wolken, nicht greifbar, entstehen und vergehen aufgrund irgendwelcher Wetterbedingungen, Temperatur, Feuchtigkeit, Bodenbeschaffenheit, Sonneneinstrahlungswinkel, Meeresströmungen, Gasgemisch, Topografie, ein Fremdwort, das ich noch in Wikipedia nachschauen will unjd mich an die griech. Wortteile -logie, -nomie und -sophie erinnert. Schweife ab.
alltäglicher Reichtum
Grube für den Septiktank
Terrassierung West
draussen regnets, in der Pfanne brutzelts
Sonntagabendereignis am Schüttstein:
kochendes Wasser in Kecap manis Flasche
botol goyang die Flasche tanzt
kochendes Wasser in Kecap manis Flasche
botol goyang die Flasche tanzt
Samstag, 21. Juni 2008
Aufwachen
Samstag, 24. Mai 2008
Kennedys Hirn

Das ist der Titel, den Henning Mankell dem Buch gab, das ich gerade fertig gelesen habe.
Oft finde ich in Büchern Teile von mir, Sätze, in denen ich mich wiederfinde. Solche Sätze zu finden, ist ein grosser Trost. Es zeigt mir, dass es zumindest einen Menschen gibt, dem ich nicht gänzlich fremd bin, dem ein Teil von meinem innersten Wesen bekannt ist. Oder interpretiere ich das nur in den Text hinein? Ich trete einen Schritt beiseite und schau mich an.
Das ist Evelyn Käser am Abend des 21.Mai 2008. Sie blickt von weit oben über die Nordküste von Bali. Eine Symphonie aus balinesischem Zeremonien-Singsang, Grillengezirpe, Geckogekeckere und Glucksen einer offenen Wasserleitung dringt in ihr Ohr. Kater Möhrli schläft warm auf ihrem linken Oberschenkel. Sie spürt ihre Sitzbeinhöcker auf den Latten des Bambusstuhls. Am linken Sitzbein hat sich ein Knötchen gebildet. Vielleicht vom täglichen Meditieren im Halblotussitz. Wenn sie in den Spiegel schaut, lächelt sie sich an. Die Cambio Jeans, die sie von ihrer Schwester vor Jahren geschenkt erhielt, sitzt immer noch knackig über dem Po. Nie hat ein Kind an ihren Brüsten gesaugt. Ihr Kopf ruht schwer in ihrer Hand. Vielleicht wird einmal eine Runzel davon erzählen.
Sie hat soeben das Buch von Henning Mankell fertig gelesen. Darüber möchte sie schreiben. Über die Wirklichkeit des Lesens.
Wie das Buch zu ihr gekommen ist.
Wann sie es zum ersten Mal aufgeschlagen hat.
Wie sie gleich von den ersten Sätzen betroffen war.
Die Katastrophe kam im Herbst und brach ohne Vorwarnung über sie herein. Sie warf keine Schatten. Sie bewegte sich vollkommen lautlos. Zu keinem Zeitpunkt hatte sie eine Vorstellung davon, was geschah.
Wie sie aus ihrer Wirklichkeit in die Geschichte flüchtete.
Wie sie darin immer wieder Teile ihres eigenen Lebens fand.
Und wie sie das tröstete und beruhigte.
Wie es den Panzer ihres selbstkonstruierten Gefängnisses durchbrach.
Wie sie an ihre Freundin in Portugal dachte, als sie las:
Ein rostiger Nagel, der ihr direkt in den Fuss gedrungen war, nicht in den, an dem sie sich gerade geschnitten hatte, sondern in den anderen, den rechten. Sie war 5 oder 6 Jahre alt gewesen, der braune Nagel war ihr direkt in die Ferse gedrungen, hatte die Haut und das Fleisch durchstossen, als wäre sie aufgespiesst von einem Pfahl. Sie hatte vor Entsetzen hemmungslos geschrien und gedacht, dass sie jetzt die gleichen Qualen erlebte wie der Mann am Kreuz da vorn in der Kirche, in der sie manchmal irhe einsamen Gruselspiele spielte.
Ihre Zeit auf Anguilla, einer Karibikinsel, fällt ihr wieder ein bei den Worten:
Auf Inseln versucht nur ein Narr, etwas geheimzuhalten.
Sie beschliesst das Buch noch einmal zu lesen und darin nach den Scherben ihres Lebens zu graben. Es ist ein neuer Versuch, das Geheimnis ihres Lebens zu lüften, während auf der Baustelle keine 50m von ihr entfernt schon die Fundamente ihres neuen Heims liegen.
Mittwoch, 21. November 2007
Befremdet und verführt
Mein Spiegel sagt, Du wirst mir immer fremder. OK, fangen wir wieder neu an, uns kennenzulernen. Immer wieder die eigene kleine Welt verlassen, sich auf den Weg zu anderen Planeten machen.
Gestern abend Frieden gefunden in der grossen Stille.
Versponnen im eigenen Gewebe wandelt sich der Geist.
Heute morgen im grossen Rauschen des Regens erwacht.
Dienstag, 13. November 2007
Filmfestival
Europa ist auf Besuch in Chiang Mai. Die Schweiz ist nicht dabei. Seit letzten Donnerstag pilgere ich jeden Abend ins Kad Suan Kaeuw Shopping Center, wo fast unbeachtet von den Thais das European Union Film Festival stattfindet. Einige Farangs und Expats finden auch den Weg dahin. Manchmal ist der Saal gut besetzt. Die Filme werden alle in Originalton mit englischen Untertiteln gezeigt. Ein Genuss für mich. So höre ich zum ersten Mal, wie man in Luxemburg spricht. Eine Mischung zwischen Deutsch und Französisch, erinnert mich an Elsässisch. Heimelt an. Der erste Film natürlich aus Portugal, dessen Barroso immer noch den EU Vorsitz hat. Wie abgesprochen erscheinen die meisten Zuschauer festlich gekleidet. Der Eintritt ist gratis und doch braucht man nicht Schlange zu stehen. Zu Beginn ertönt die Nationalhymne zu Ehren des Königs. Alle stehen auf. Zur Musik wird ein Film gezeigt. Der Monsun strömt auf grüne Reisfelder. Fotos des Königs rinnen wie grosse Regentropfen über die Leinwand. Nährende, wohltuende Monarchie wird suggeriert. Dann der Vista Selbstverherrlichungs-Spot und die "Please turn your mobile phone off"-Erinnerung. Kein Vorfilm. Das wird sich leider noch ändern. Doch vorerst höre ich endlich wieder mal die Melodie von "português" so wie Gregorius sie im "Nachtzug nach Lissabon" gehört haben muss.
Das o, das sie überraschend wie ein u aussprach, die ansteigende, seltsam gepresste Helligkeit des ê und das weiche sch am Ende fügten sich für ihn zu einer Melodie, die viel länger klang, als sie wirklich war, und die er am liebsten den ganzen Tag lang gehört hätte.
So würde vielleicht der Bericht einer Kritikerin über das Filmfestival beginnen. Ich mach was anderes. Ich lasse zu jedem Film, den ich gesehen habe, eine 4-stufige Wortpyramide wachsen. Wortgärtnerinnen wissen, wie das geht. Man schreibe ein Wort auf ein Blatt Papier. Assoziiere dazu zwei neue Worte und schreibe sie links und rechts unter das erste Wort. Dann nehme man das linke Wort und assoziiere dazu wieder zwei neue Worte und schreibe sie links und rechts darunter, dann das gleich mit dem Wort rechts und so weiter bis man genug hat. So entsteht langsam von oben nach unten eine Wortpyramide. Bei einer 4-stufigen Wortpyramide ergibt das 32 Worte. Diese Worte sind dann die Zutaten in meiner Filmessenz.
Portugal: A Costa dos Murmúrios
Bedrückende Gewalt. Täter reagieren unbewusst. Opfer leiden hilflos. Kinder sterben. Mitleid ist schuld. Widerspruch lösen ist unmöglich, aber wahr. Kopf versteht. Mitgefühl und Gleichmut helfen Unwissenheit. Richten mit Gewalt und Anmassung ist verantwortungslos. Rache schadet. Dekadenz ablehnen und verurteilen.
France: Demented
Traurige Körperhaltung. Verschlossene Tür als Ausweg. Die Öffnung verrücken durch Schreien und Ausflippen. Dukkha sehen und Akzeptieren. Bereit sein. Die Augen öffnen. Schultern tragen schwere Last. Leben ist Atmen, ist verbunden sein. Harte, brüchige Mauern fallen ein. Alt zusammenbrechen ist normal.
Spain: La Ardilla Roja
Verwirrende Erzählweise. Der rote Faden ist Erotik. Körper mit langen Haaren. Seafoodhappen und Kopfnüsse verletzen das Gehirn. Verborgenes Motiv. Nichtwissen zwischen Wahrheit und Lüge, Opfer und Täter. Spannend wie ein Krimi. Das Ende ist vergessen. Amnesie und Demenz.
Finland: Äideistä parhain
Krieg und Schicksal entreissen MEIN. Mütter lieben ehrlich, verzeihen, lassen los. Tränen verbinden. Tod löst. Vereint vom Krieg lernen ist möglich. Sohn zwischen Müttern, Grenzen, Heimat. Schenken und umarmen hilft. Das Beste ist relativ zu hier und jetzt. Moment ist ALLES in Beziehung.
The Netherlands: Antonia
Frauen stolz wie Königinnen handeln mutig und aufrecht, hüten Herzen voller Hingabe, Liebe und Weisheit, lassen leben, schenken Vertrauen, nehmen fürsorglich teil, walten willensstark, sterben furchtlos. Sind Selbst, Teil und Alles. Freude und Hof gedeihen wieder.
Luxembourg: Perl oder Pica
Esch-sur-Alzette. Luxemburgisch verstehen ist neu. Lehrer verklemmt und streng. Streiche führen zu Hieben. Einfach aushalten. Disziplin leben. Pflicht aufzuklären macht Familie verlegen. Gielemännchen verraten und verzeihen. Nur Phantasie. Auf Olympia tippen fabriziert Eindruck und Ausdruck.
Austria: Fräulein Phyllis
Alte Tochter, verwöhnt, intelligent, verzogen, gleichgültig, lügt schamlos zum Zeitvertreib. Mord. Lachen erstarrt im Hals. Kriminell. Einsperren. Taugenichts in gefährlichem Panzer. Geschmacklose Komödie. Untauglich. Dilemma.
Sweden: Queen of Sheba's Pearls
Warum Titel? England prüde, förmlich, höflich, tot. Revolte der Pubertät. Sheba, die Tigerin Neugier forscht und spielt. Geheimnisvolle Schwedin, lustig, offenherzig, verbreitet Lebensfreude im Sarg. Erweckt begrabene Leichen. Wirbelt Staub auf. Wischen exotisch.
Greece: Enas iroas...sti Romi
Clown im zu grossen Kostüm vertraut heiter fliessend der komischen Fassade des Lebens. Sprache, italienisch gestikulierend, griechisch tanzend, taub stolpernd. Mediterrane Verführung durch Klang und Bewegung. Syrtaki und Oper für Laien. Tolpatsch ist Schauspieler. Rolle wechselt Kulissen. Lachen im Theater.
UK: The Last King of Scotland
Unfall. Panik. Schuss. Auslöser für Zufall von Macht. Verführerische Wahl ohne richtiges Verständnis ist gefährlich. Verstrickung in Wahnsinn, Panik und Orgien. Blut wie aus einem Vulkan rächt weiter. Angst warnt und lähmt vor gefühlloser Grausamkeit. Warum? Verbunden. Mitgehangen. Loslassen braucht Mut und Energie.
Das Filmfestival ist gestern abend gestorben. Ich hab ihm Zeit und Energie geschenkt und hab dafür Freude, Wissen und ein paar Einsichten erhalten. Hab meine Entschlossenheit gestärkt, das zu tun, was ich mir vorgenommen habe, nicht "Koste-es-was-es-wolle", aber doch mit Energieeinsatz.
Barfuss ins Kino?
Freitag, 26. Oktober 2007
Temporäre Zustände
Fühle mich wie ein Vogel im Käfig. Am Verkümmern. Nicht einmal mehr fähig zu träumen. Kaum mehr Kraft ans Ausfliegen zu denken, geschweige denn Auszufliegen. Und doch schleppe ich mich irgendwie ins Café Wawee. Cappuccino kommt und Chocolate Silk Pie. Ersatzbefriedigung. Ersatzfreude. Was ersetzt es? Den Zustand der Verkümmerung und Verzweiflung? der Vernachlässigung? der mangelnden Zuwendung? der Abfüllung mit fremden Lebensgeschichten? Um mich Lachen. In mir? Ich beobachte. Leere das Gift auf das weisse Blatt vor mir. Lasse die Wörter herausfliessen. Und die schwarze Kaffeebrühe in mich hineinfliessen. Die Kuchenbackfantasiererei und -kopiererei der Thais kennt keine Grenzen. Chocolate Silk Pie. Schokopudding auf Mürbeteig. Silk. Seide. Silkworm, Verlagshaus der Mekong Press, an dem ich vorbeigekommen bin. Sydefädeli, die ich in diesem Zustand nicht berühren will. Aggression brodelt vor sich hin. Wut auf den Nächstbesten, der stundenlang am Computer sitzen kann. Nur die Finger und Augen in Bewegung. Und irgendwie unberührt, unbeschadet bleibt von dem, was mir auf den Geist geht, was ich für Zeit- und Lebenverschwendung halte. Das Lachen kommt aus Mündern mit Zahnspangen. Woher kommen all die deformierten Gebisse? Soll das Lächeln mit Zahnspangen perfektioniert werden? Bösartige Gedanken. Die Büchse der Pandora. Dampf ablassen, bevor der Druck zu gross wird.
Wenn man völlig frei von Zersplitterung und Anhaften ist, wird man verstehen, dass alle Dinge, seien sie nun rein oder unrein, nur relatives Dasein haben. Man wisse also, dass alle Dinge in der Welt von Anfang an weder Materie, noch Geist, noch Verstand, noch Bewusstsein, noch Nichtsein, noch Sein sind; sie sind überhaupt unerklärbar. Der Grund, warum der Thathagata sich trotzdem bemüht, durch Worte und Definitionen zu belehren, liegt in seiner guten, ja ausgezeichneten Geschicklichkeit. Nur provisorisch macht er Gebrauch von Worten und Definitionen, um alle Lebewesen zu leiten, während es seine wirkliche Absicht ist, sie zu veranlassen, den Symbolismus aufzugeben und in die reale Wirklichkeit einzutreten. Denn wenn sie sich an Vernunftschlüssen erfreuen, sich der Sophisterei ergeben und damit ihre subjektive Individualität fördern, wie könnten sie die wahre Weisheit haben und Nirvana erlangen.
Aus dem tibetanischen Totenbuch
Wenn man völlig frei von Zersplitterung und Anhaften ist, wird man verstehen, dass alle Dinge, seien sie nun rein oder unrein, nur relatives Dasein haben. Man wisse also, dass alle Dinge in der Welt von Anfang an weder Materie, noch Geist, noch Verstand, noch Bewusstsein, noch Nichtsein, noch Sein sind; sie sind überhaupt unerklärbar. Der Grund, warum der Thathagata sich trotzdem bemüht, durch Worte und Definitionen zu belehren, liegt in seiner guten, ja ausgezeichneten Geschicklichkeit. Nur provisorisch macht er Gebrauch von Worten und Definitionen, um alle Lebewesen zu leiten, während es seine wirkliche Absicht ist, sie zu veranlassen, den Symbolismus aufzugeben und in die reale Wirklichkeit einzutreten. Denn wenn sie sich an Vernunftschlüssen erfreuen, sich der Sophisterei ergeben und damit ihre subjektive Individualität fördern, wie könnten sie die wahre Weisheit haben und Nirvana erlangen.
Aus dem tibetanischen Totenbuch
Dienstag, 23. Oktober 2007
Verträumt im Netz
Wer am Tag träumt, wird sich vieler Dinge bewusst, die dem entgehen, der nur nachts träumt.
Edgar Allen Poe
In einer Anwandlung von Einsamkeit und gleichzeitig völliger Verbundenheit mit meiner Umgebung bekam ich gestern Sehnsucht nach dem kleinen Prinzen. Über's Internet nahm ich Verbindung zu ihm auf und fand Trost und Zuversicht in seinen Worten.
Es kommt darauf an, dass du auf etwas zugehst, nicht dass du ankommst; denn man kommt nirgendwo an, ausser im Tode.
Antoine de Saint-Exupéry
oder kurz: Der Weg ist das Ziel. Basta!
Weiter ging die Reise zu Ralf Reissing, einem Informatiker, der sich, wie ich auch einmal, mit so abstrakten Themen wie Objektorientiertem Design und Softwarearchitektur beschäftigt. Doch nicht das hat mich an ihm fasziniert, sondern seine Sammlung von Zitaten, von deren Autoren mir viele bekannt sind. Dann fiel mir auf, dass die Liste hauptsächlich aus Autoren bestand, was bei mir eine fieberhafte Suche nach Autorinnen auslöste und mich schliesslich zu Lillemor's Seite und der Matriarchatsforscherin Heide Göttner-Abendroth führte mit einem kleinen Seitensprung ans eigene Bücherregal. Und da auch noch das Menu des Preopening Dinner des Cafe Pandau vom letzten Samstag neben meinem Laptop lag, fragte ich Google nach Butterfly Peas. Die waren neben vielem anderen im Vegetable and Flower Salad. Ganz in der Nähe habe ich ein Gewucher von Butterfly Peas entdeckt. Ein neuer Platz zum Schnausen!
Edgar Allen Poe
In einer Anwandlung von Einsamkeit und gleichzeitig völliger Verbundenheit mit meiner Umgebung bekam ich gestern Sehnsucht nach dem kleinen Prinzen. Über's Internet nahm ich Verbindung zu ihm auf und fand Trost und Zuversicht in seinen Worten.
Es kommt darauf an, dass du auf etwas zugehst, nicht dass du ankommst; denn man kommt nirgendwo an, ausser im Tode.
Antoine de Saint-Exupéry
oder kurz: Der Weg ist das Ziel. Basta!
Weiter ging die Reise zu Ralf Reissing, einem Informatiker, der sich, wie ich auch einmal, mit so abstrakten Themen wie Objektorientiertem Design und Softwarearchitektur beschäftigt. Doch nicht das hat mich an ihm fasziniert, sondern seine Sammlung von Zitaten, von deren Autoren mir viele bekannt sind. Dann fiel mir auf, dass die Liste hauptsächlich aus Autoren bestand, was bei mir eine fieberhafte Suche nach Autorinnen auslöste und mich schliesslich zu Lillemor's Seite und der Matriarchatsforscherin Heide Göttner-Abendroth führte mit einem kleinen Seitensprung ans eigene Bücherregal. Und da auch noch das Menu des Preopening Dinner des Cafe Pandau vom letzten Samstag neben meinem Laptop lag, fragte ich Google nach Butterfly Peas. Die waren neben vielem anderen im Vegetable and Flower Salad. Ganz in der Nähe habe ich ein Gewucher von Butterfly Peas entdeckt. Ein neuer Platz zum Schnausen!
Freitag, 19. Oktober 2007
Sesam, öffne dich!
liebes gericht!
ich bin jetzt hier perfekt.
märchen erfüllen die sehnsucht der kindheit.
zuhören.
im schoss der grossmutter steht die zeit still.
1001 nacht.
vorurteilsfreier spiegel.
geborgen überall. zuhause auf der erde wie im paradies.
unschuldig. reine liebe. innen wie aussen.
verbunden im offenen nest der freiheit.
simsalabim.
Gestern sass ich zufrieden über den sportlichen Tagesanfang mit meinem Liebsten im Aden bei einem Schuss grüngrünem Weizengrassaft, als ein Farang mit abenteuerlich beladenem Motorrad antuckert. Am Lenker hängen 2 Plastiksäcke mit Pflanzen und auf dem Gepäckträger hinten ist eine mit braunem Klebeband umwickelte Styroporkiste aufgeschnallt. Er parkt sein Gefährt direkt vor unseren Augen, steigt ab und peilt den Besitzer hinter uns im Laden an. Nach einer Weile kommen beide in angeregter Diskussion heraus und steuern auf das Motorrad zu. Der Farang nestelt an der Styroporkiste herum und entnimmt ihr ein kleines, dunkles Fläschchen und eine grössere in Alufolie gewickelte Flasche. So, wie seine Augen leuchten, muss was Wertvolles drin sein. Unsere Blicke treffen sich und nun gehören wir auch zum Publikum seiner Ansprache. Die Kiste hat ihm ein Freund aus Pattaya geschickt. Darin befinden sich mehrere Flaschen kaltgepresstes Öl von Sesamsamen und wilden Walnüssen. Ganz frisch abgefüllt vor 2 Tagen. Sein Freund hat in eine teure Ölpresse investiert und sucht jetzt Kunden für seine Schätze. Der Farang stellt sich als retired Yogi vor, der gerade einem Freund hilft. Seine Freude und sein Wissen kommen an und wir kaufen je eine Flasche, öffnen sie gleich und halten die Nase drüber. Meine meldet feinen, leicht nussigen Geruch. Ein Löffel muss her. Auch die Zunge ist begeistert. Zuhause suche ich im Internet Informationen über Sesam. Bis jetzt hielt ich Olivenöl für das beste Öl. Wie so oft klebe ich wieder mal am Leim meiner westlichen Konditionierung, die mich so schnell urteilen und nach dem Besten streben lässt statt mit dem zufrieden zu sein, was da ist. Sesam, öffne dich! Und Google offenbart mir Ali Baba und die 40 Räuber und das Guggisberger Lied, das die Schweizer Söldner beim König von Neapel nicht singen durften, damit sie nicht dem Heimweh, der Schweizerkrankheit, verfielen.
Spruch des Tages: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
ich bin jetzt hier perfekt.
märchen erfüllen die sehnsucht der kindheit.
zuhören.
im schoss der grossmutter steht die zeit still.
1001 nacht.
vorurteilsfreier spiegel.
geborgen überall. zuhause auf der erde wie im paradies.
unschuldig. reine liebe. innen wie aussen.
verbunden im offenen nest der freiheit.
simsalabim.
Gestern sass ich zufrieden über den sportlichen Tagesanfang mit meinem Liebsten im Aden bei einem Schuss grüngrünem Weizengrassaft, als ein Farang mit abenteuerlich beladenem Motorrad antuckert. Am Lenker hängen 2 Plastiksäcke mit Pflanzen und auf dem Gepäckträger hinten ist eine mit braunem Klebeband umwickelte Styroporkiste aufgeschnallt. Er parkt sein Gefährt direkt vor unseren Augen, steigt ab und peilt den Besitzer hinter uns im Laden an. Nach einer Weile kommen beide in angeregter Diskussion heraus und steuern auf das Motorrad zu. Der Farang nestelt an der Styroporkiste herum und entnimmt ihr ein kleines, dunkles Fläschchen und eine grössere in Alufolie gewickelte Flasche. So, wie seine Augen leuchten, muss was Wertvolles drin sein. Unsere Blicke treffen sich und nun gehören wir auch zum Publikum seiner Ansprache. Die Kiste hat ihm ein Freund aus Pattaya geschickt. Darin befinden sich mehrere Flaschen kaltgepresstes Öl von Sesamsamen und wilden Walnüssen. Ganz frisch abgefüllt vor 2 Tagen. Sein Freund hat in eine teure Ölpresse investiert und sucht jetzt Kunden für seine Schätze. Der Farang stellt sich als retired Yogi vor, der gerade einem Freund hilft. Seine Freude und sein Wissen kommen an und wir kaufen je eine Flasche, öffnen sie gleich und halten die Nase drüber. Meine meldet feinen, leicht nussigen Geruch. Ein Löffel muss her. Auch die Zunge ist begeistert. Zuhause suche ich im Internet Informationen über Sesam. Bis jetzt hielt ich Olivenöl für das beste Öl. Wie so oft klebe ich wieder mal am Leim meiner westlichen Konditionierung, die mich so schnell urteilen und nach dem Besten streben lässt statt mit dem zufrieden zu sein, was da ist. Sesam, öffne dich! Und Google offenbart mir Ali Baba und die 40 Räuber und das Guggisberger Lied, das die Schweizer Söldner beim König von Neapel nicht singen durften, damit sie nicht dem Heimweh, der Schweizerkrankheit, verfielen.
Spruch des Tages: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Donnerstag, 30. August 2007
Das Rätsel im Wald
Samstag, 25.August 2007, 14 Uhr. In 2 Stunden würde der Gong zum zweiten Mal schlagen. Für sie und die anderen 8. Sie spürte Hektik aufsteigen. Würde die Zeit reichen? Würde sie es finden? Oder war sie wieder einmal zu lange sitzengeblieben? Hatte sie sich wieder mal zu sehr von Sinnesfreuden ablenken lassen?
Sie fühlte sich wie eine Selbstmörderin auf dem Gleis. Unaufhaltsam ratterte der Zug näher und näher und wurde grösser und grösser. Steh auf, beweg dich, geh in den Wald, folge dem Weg. So wisperte eine Stimme in ihr. Da gab sie sich einen Ruck, raffte ihr ganzes Vertrauen zusammen und liess Zweifel und Ängste liegen. Ihre Füsse freuten sich und drängten vorwärts. Doch statt inspirierender Waldesruh kam ein holperndes, lärmendes Ungeheuer in Form eines riesigen Traktors auf sie zu. Am Anhänger kreisten lange,spitzige Heugabelzinken und wirbelten das geschnittene Gras auf. Instinktiv zog sie die Zehen ein. Würde das Ungeheuer ausweichen? Kaum gedacht, schon setzte es zu einem Bogen an und der Bauer am Steuer rief ihr ein freundliches Bonjour zu. Sie setzte ihren Weg fort über den stoppligen Acker zum Waldrand. Dichtes Brombeergestrüpp. Doch da eine Lücke. Sie zwängte sich hindurch und hielt inne. Plötzlich war alles anders. Die Hitze war einer erfrischenden Kühle gewichen. Das grelle Sonnenlicht wurde durch das grüne Blätterdach gefiltert und schmeichelte ihren Augen. Die Haut der Erde war nicht mehr stopplig, sondern moosweich und mit federnden Schritten folgte sie dem schmalen Pfad. Alles wunderbar, aber was sollte sie hier finden? Eine orange-braune Waldschnecke kroch langsam über den Weg. Sie hockte sich hin. Du hast es gut, für dich schlägt kein Gong, ging es ihr durch den Kopf. Doch bevor sie der Schnecke weiter was vorjammern konnte, hörte sie rhythmisches Knacken hinter sich. Jetzt nur keiner Menschin begegnen. Und weiter trieb es sie dem Weg entlang den Hang hoch. Da leuchtete es ihr plötzlich hell entgegen. Ein behauener Stein, bewuchert von Moos und herzblättrigem Efeu. Hatte sie eine Spur gefunden? Sie ging noch ein Stück weiter und stiess auf einen zweiten Stein ähnlich dem ersten, aber ohne Bewuchs. Deutlich konnte sie die eingekerbten Zeichen erkennen. Sie schloss die Augen und liess ihre Finger den Linien im Stein folgen. 1 - 9 - 3 - 6 . Da wusste sie, sie hatte das Rätsel gefunden. Freude erfüllte sie und voller Heiterkeit hüpfte sie den Weg zurück dem Gong entgegen.
Sie fühlte sich wie eine Selbstmörderin auf dem Gleis. Unaufhaltsam ratterte der Zug näher und näher und wurde grösser und grösser. Steh auf, beweg dich, geh in den Wald, folge dem Weg. So wisperte eine Stimme in ihr. Da gab sie sich einen Ruck, raffte ihr ganzes Vertrauen zusammen und liess Zweifel und Ängste liegen. Ihre Füsse freuten sich und drängten vorwärts. Doch statt inspirierender Waldesruh kam ein holperndes, lärmendes Ungeheuer in Form eines riesigen Traktors auf sie zu. Am Anhänger kreisten lange,spitzige Heugabelzinken und wirbelten das geschnittene Gras auf. Instinktiv zog sie die Zehen ein. Würde das Ungeheuer ausweichen? Kaum gedacht, schon setzte es zu einem Bogen an und der Bauer am Steuer rief ihr ein freundliches Bonjour zu. Sie setzte ihren Weg fort über den stoppligen Acker zum Waldrand. Dichtes Brombeergestrüpp. Doch da eine Lücke. Sie zwängte sich hindurch und hielt inne. Plötzlich war alles anders. Die Hitze war einer erfrischenden Kühle gewichen. Das grelle Sonnenlicht wurde durch das grüne Blätterdach gefiltert und schmeichelte ihren Augen. Die Haut der Erde war nicht mehr stopplig, sondern moosweich und mit federnden Schritten folgte sie dem schmalen Pfad. Alles wunderbar, aber was sollte sie hier finden? Eine orange-braune Waldschnecke kroch langsam über den Weg. Sie hockte sich hin. Du hast es gut, für dich schlägt kein Gong, ging es ihr durch den Kopf. Doch bevor sie der Schnecke weiter was vorjammern konnte, hörte sie rhythmisches Knacken hinter sich. Jetzt nur keiner Menschin begegnen. Und weiter trieb es sie dem Weg entlang den Hang hoch. Da leuchtete es ihr plötzlich hell entgegen. Ein behauener Stein, bewuchert von Moos und herzblättrigem Efeu. Hatte sie eine Spur gefunden? Sie ging noch ein Stück weiter und stiess auf einen zweiten Stein ähnlich dem ersten, aber ohne Bewuchs. Deutlich konnte sie die eingekerbten Zeichen erkennen. Sie schloss die Augen und liess ihre Finger den Linien im Stein folgen. 1 - 9 - 3 - 6 . Da wusste sie, sie hatte das Rätsel gefunden. Freude erfüllte sie und voller Heiterkeit hüpfte sie den Weg zurück dem Gong entgegen.
Samstag, 18. November 2006
SAND EI
Samstag, 6 Uhr. Das Radio schaltet sich ein.
Ich denke. Was ist das? Im Gegensatz zu früher, wo ich dachte, ich mache die Gedanken, denkt es jetzt und ich bin nur auf Empfang. Beobachte, welche Gedanken und Bilder ankommen. Höre zu. Wie Radiohören oder Fernsehen. Wörter bekommen eine Bedeutung. Deuten. Ich sehe den ausgestreckten Arm mit dem Zeigefinger, der darauf deutet. Sprache. Was ist das? Kommt von sprechen. Das, was ich produziere, wenn ich spreche. Das sind erstmal nur Laute. Laute, die etwas bedeuten. Mit denen ich etwas sagen will. Etwas ausdrücken will. Kommunizieren will. Verstehen will. Gespräch. Gestern. Heute, Gesprächsfetzen, die irgendwo, irgendwie hängen geblieben sind. Energie, die schwingt. Weil etwas in Schwingung gebracht wurde und so die Welt verändert. Diese Fähigkeit, dass ich Schwingungen erzeugen kann, ist Lebendigkeit. Ist das der freie Wille? Oder ist das alles jetzt Illusion? Im Englischen Language ist Zunge drin. Und speech bedeutet etwas anderes als Sprache. Rede. Reden. Redselig. Parallele Universen. Träume teilen. Nicht den gleichen Traum träumen, aber im Traum des anderen eine Rolle spielen. Was ist ein Traum? Und kann ich überhaupt einen eigenen Traum haben? Gibt es dieses mein und ich, das nur mir gehört? Niemand anderem? Vielleicht steckt die Intelligenz ja in der Haut? Sie grenzt mich ab gegen aussen, hüllt mich ein und macht mich doch durchlässig. Was ist die Haut auf geistiger Ebene? Ich bestimme den Filter. Aber was ist dann dieses Ich? Ich bin ein Energiebündel. Worte sprechen für sich selber. Ich habe das Gefühl, gestern was verstanden zu haben, was mir vorher nicht bewusst war. Das Gespräch selber wird mir bewusst. Früher konnte ich mich beim sprechen nicht beobachten. Wie wenn ich davor Angst gehabt hätte und während des Sprechens die Augen geschlossen hätte. Und jetzt mach ich sie auf und schaue hin. Es ist wie eine frischere Spur gefunden zu haben. Dem Leben näher gekommen zu sein. Ich folge der Spur. Und manchmal reisst der Nebel auf und ich kann es sehen, einen Blick erhaschen. Voller Klarheit. Ich folge meiner eigenen Spur bis zum Fluchtpunkt. Zur Schallmauer. Was passiert, wenn ich mich einhole? Dann kann ich eine Spur legen. Für wen? Dann werde ich meine Flügel ausbreiten und spurlos verschwinden. Irdisches Dasein, nichts als Spurensuche. Tappen im Dunkeln.
Ich denke. Was ist das? Im Gegensatz zu früher, wo ich dachte, ich mache die Gedanken, denkt es jetzt und ich bin nur auf Empfang. Beobachte, welche Gedanken und Bilder ankommen. Höre zu. Wie Radiohören oder Fernsehen. Wörter bekommen eine Bedeutung. Deuten. Ich sehe den ausgestreckten Arm mit dem Zeigefinger, der darauf deutet. Sprache. Was ist das? Kommt von sprechen. Das, was ich produziere, wenn ich spreche. Das sind erstmal nur Laute. Laute, die etwas bedeuten. Mit denen ich etwas sagen will. Etwas ausdrücken will. Kommunizieren will. Verstehen will. Gespräch. Gestern. Heute, Gesprächsfetzen, die irgendwo, irgendwie hängen geblieben sind. Energie, die schwingt. Weil etwas in Schwingung gebracht wurde und so die Welt verändert. Diese Fähigkeit, dass ich Schwingungen erzeugen kann, ist Lebendigkeit. Ist das der freie Wille? Oder ist das alles jetzt Illusion? Im Englischen Language ist Zunge drin. Und speech bedeutet etwas anderes als Sprache. Rede. Reden. Redselig. Parallele Universen. Träume teilen. Nicht den gleichen Traum träumen, aber im Traum des anderen eine Rolle spielen. Was ist ein Traum? Und kann ich überhaupt einen eigenen Traum haben? Gibt es dieses mein und ich, das nur mir gehört? Niemand anderem? Vielleicht steckt die Intelligenz ja in der Haut? Sie grenzt mich ab gegen aussen, hüllt mich ein und macht mich doch durchlässig. Was ist die Haut auf geistiger Ebene? Ich bestimme den Filter. Aber was ist dann dieses Ich? Ich bin ein Energiebündel. Worte sprechen für sich selber. Ich habe das Gefühl, gestern was verstanden zu haben, was mir vorher nicht bewusst war. Das Gespräch selber wird mir bewusst. Früher konnte ich mich beim sprechen nicht beobachten. Wie wenn ich davor Angst gehabt hätte und während des Sprechens die Augen geschlossen hätte. Und jetzt mach ich sie auf und schaue hin. Es ist wie eine frischere Spur gefunden zu haben. Dem Leben näher gekommen zu sein. Ich folge der Spur. Und manchmal reisst der Nebel auf und ich kann es sehen, einen Blick erhaschen. Voller Klarheit. Ich folge meiner eigenen Spur bis zum Fluchtpunkt. Zur Schallmauer. Was passiert, wenn ich mich einhole? Dann kann ich eine Spur legen. Für wen? Dann werde ich meine Flügel ausbreiten und spurlos verschwinden. Irdisches Dasein, nichts als Spurensuche. Tappen im Dunkeln.
D A S E I N
S A N D E I
D E I N A S
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D E I N A S
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